Nuhu verschärft den Konkurrenzkampf in der Abwehr

Foto: Fabrice Coffrini/AFP/Getty Images

Nach der Verpflichtung von Abwehrhüne Kassim Adams Nuhu ist das Gedränge in der Innenverteidigung bei der TSG 1899 Hoffenheim groß. Die Kraichgauer wollen sich für die Champions League breit aufstellen – mindestens ein Verteidiger soll den Verein allerdings noch verlassen.

Für acht Millionen Euro holte die TSG Nuhu von den Young Boys Bern – der Ghanaer, der einen Vertrag bis 2023 unterschrieb, ist als Stammplatz-Anwärter eingeplant. Insgesamt stehen Trainer Julian Nagelsmann jetzt acht Innenverteidiger zur Verfügung. Neben den gesetzten Kevin Vogt und Benjamin Hübner kämpfen Nuhu, Kevin Akpoguma, Stefan Posch, Håvard Nordtveit, Ermin Bičakčić und Justin Hoogma um den verbliebenen Platz in der Dreierkette. In der Rückrunde der abgelaufenen Saison machte meist Akpoguma das Rennen, der ehemalige Junioren-Nationalspieler wird sich voraussichtlich mit Nuhu um den Platz rechts in der Dreierkette duellieren. Letzterer soll den Etablierten Druck machen, als Hinterbänkler wurde der 23-Jährige nicht geholt. Sportvorstand Alexander Rosen lobte Nuhu nach dessen Vertragsunterschrift am vergangenen Mittwoch als „starken Zweikämpfer mit großem Potenzial, der durch seine außergewöhnliche Physis sofort Eindruck macht“.

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Hinter den drei Platzhirschen und dem hochkarätigen Neuzugang tummeln sich die Härtefälle. Der 21-jährige Posch war in der Hinrunde der abgelaufenen Spielzeit einer der Shootingstars bei der TSG, ehe ihn langwierige Leistenprobleme aus der Bahn warfen. Angesichts der Konkurrenz wird es für den Österreicher schwierig, auf Einsatzminuten zu kommen. Noch geringer stehen die Chancen bei Hoogma, der 20-jährige Niederländer kam in der vergangenen Saison meist in der U23 zum Einsatz. Auch wenn dem 1,90-Meter-Hünen intern der Sprung zugetraut wird, dürfte es trotz Dreifachbelastung für Hoogma schwierig werden, Spielpraxis zu sammeln.

Neustart für Nordtveit? – Bičakčić als Verkaufskandidat

Während den beiden Talenten ohnehin noch Zeit eingeräumt wird, sind die Ansprüche des routinierten Nordtveit höher. Der 28-Jährige kam 2017 als Königstransfer nach Hoffenheim, konnte die Erwartungen aber nicht erfüllen. Nur 15-mal lief er in der Liga auf – dabei sollte er den Abgang von Leistungsträger Niklas Süle zum FC Bayern München auffangen. Spekulationen um einen Abschied des Norwegers nach nur einem Jahr halten sich hartnäckig. Doch seine Vielseitigkeit macht Nordtveit für Nagelsmann wertvoll – gerade angesichts der bevorstehenden englischen Wochen. In der Dreierkette kann er auf allen Positionen eingesetzt werden, ebenso im defensiven Mittelfeld, wo mit Dennis Geiger eine Alternative verletzt ausfällt. Zudem setzte Nagelsmann in der Endphase der abgelaufenen Saison wieder häufiger auf den Ex-Gladbacher. Ein Neustart könnte also gelingen.

Als Verkaufskandidat gilt hingegen Bičakčić. Der Bosnier kam auch verletzungsbedingt zuletzt nicht über eine Reservistenrolle hinaus und dachte bereits im Winter über einen Wechsel nach. Schon länger sollen der Hamburger SV sowie der türkische Erstligist Trabzonspor Interesse an dem resoluten Zweikämpfer zeigen, die Verhandlungen konnten bisher aber nicht finalisiert werden. Die neueste Spur führt nach Kicker-Informationen zu Hannover 96, die Niedersachsen setzen sich nach dem Kreuzbandriss von Timo Hübers (Lattenkreuz berichtete) offenbar mit Bičakčić auseinander. Bei einem passenden Angebot dürfte Bičakčić die TSG verlassen. Der Konkurrenzkampf im Hoffenheimer Abwehrzentrum wäre damit ein wenig entschärft – das Gedränge um die drei Startplätze bleibt dennoch groß.