„Nullpunkt“: Schwarz fordert Blick nach vorne

Nach der sportlichen Talfahrt war die Stimmung beim 1. FSV Mainz 05 in den vergangenen Tagen am Boden. Jetzt, da „der Nullpunkt erreicht“ sei, müsse der Blick nach vorne gerichtet werden, fordert Sandro Schwarz.

Nicht zu beneiden sind die Mainzer dieser Tage. Vier Niederlagen in Folge setzte es zuletzt, in der Bundesliga gingen vier der vergangenen fünf Spiele verloren. Die Quittung für diese Misserfolge gab es in der Tabelle, mit Platz 16 wandeln die 05er mehr denn je am Abgrund. Drei Punkte beträgt der Vorsprung auf Hamburg nur noch. Doch nicht nur sportlich, auch stimmungstechnisch liegt der Verein dieser Tage am Boden. Am Samstag waren Schmähgesänge der Fans gegen die eigene Mannschaft zu hören gewesen, welche die Spieler mit einem offenen Brief beantworteten.

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Angesichts dieser Konstellation sei inzwischen „der Nullpunkt erreicht“, wird Schwarz von der Vereinshomepage zitiert. Jetzt müsse der gesamte Verein den Blick nach vorne richten – und zwar endlich wieder geschlossen: „Nun muss es darum gehen, eine Stimmung im Verein zu erzeugen, in der alle an einen Tisch, in die Kommunikation rein müssen, um im Austausch die ganze Atmosphäre zu verbessern“, forderte der FSV-Coach, der in den vergangenen Wochen bereits mehrfach die vermeintlich schlechte Atmosphäre im Klub thematisiert hatte.

Seit fast einem Jahr auswärts sieglos

Ein Stimmungsumschwung aber, das weiß auch Schwarz, kann nur über sportlichen Erfolg erreicht werden. Die Ausgangssituation jedoch sieht denkbar schlecht aus. Am Freitag nämlich sind die 05er mal wieder auswärts gefordert – und in der Fremde war die Ausbeute bislang ziemlich mau. Magere vier Punkte gab es in bislang elf Auswärtsspielen. Saisonübergreifend wartet Mainz inzwischen sogar beinahe ein Jahr auf einen Sieg. Letztmals auf des Gegners Platz jubeln durfte die Mannschaft am 25. Februar 2017, damals gab es ein 2:0 in Leverkusen.

Schwarz aber setzt – was bleibt ihm auch anderes übrig? – auf ein zeitnahes Erfolgserlebnis. Und zwar möglichst schon am Freitag in Berlin: „Abstiegskampf bedeutet, die Dinge, für die du keine vier Wochen Training brauchst, besser zu machen, dir über viele kleine Erfolgserlebnisse Sicherheit zu holen, genauso wie die Bereitschaft dagegen anzugehen.“

„Nicht alles über Bord werfen“

Vor allem die Defensive nämlich ließ zuletzt zu wünschen übrig. Zu Null spielte die Mannschaft erst zweimal in dieser Saison, in neun der jüngsten zehn Pflichtspiele kassierte der FSV immer mindestens zwei Gegentore. „Wir stellen uns nicht hin und sagen, der liebe Gott hat etwas gegen uns, es läuft einfach schlecht“, stellte Schwarz klar. Nun müssten eben „die Ursachen“ bekämpft werden. „Brutal ärgerlich“ sei es, wie sein Team sich zuletzt die Gegentore gefangen habe. Beim Aus im DFB-Pokal gegen Frankfurt etwa hatte sich die Hintermannschaft gleich drei katastrophale Schnitzer geleistet und der Eintracht beim 0:3 nahezu kampflos den Halbfinal-Einzug geschenkt.

Nur noch hinten reinstellen werde sich sein Team aber deshalb nicht automatisch, erklärte der 39-Jährige. Bereits in der Sommervorbereitung hatte Schwarz viel Wert auf Ballbesitz und eine eigene Spielanlage gelegt. Von diesem Konzept will er nun nicht abweichen. Man dürfe nicht in Panik verfallen und alles in Frage stellen, sagte er: „Wir können nicht alles über Bord werfen und sagen, jetzt stehen wir erst einmal nur hinten drin, verteidigen nur und gucken, was passiert. Wir müssen die Dinge, die nicht gut sind, einfach besser machen. Das ist der Anker, den wir brauchen.“