Paderborn will gegen Bayern Geschichte schreiben

Schon jetzt ist der SC Paderborn die Überraschungsmannschaft der aktuellen DFB-Pokalrunde. Im Viertelfinale gastiert nun am Dienstagabend (18.30 Uhr) der FC Bayern München in der Benteler-Arena. Gelingt dem Drittligisten die ultimative Sensation?

Nach einer kurzen Schwächephase Ende des vergangenen Jahres hat sich der SC Paderborn mit Beginn der Rückrunde anscheinend wieder gefangen. Mit Siegen gegen Chemnitz (2:0) und Lotte (5:0) eroberten die Ostwestfalen im Januar die Tabellenspitze der 3. Liga zurück. Die Generalprobe für das Bayern-Spiel verpatzte das Team von Steffen Baumgart jedoch: Am vergangenen Samstag gab es nur ein 1:1 bei der SG Sonnenhof Großaspach. Die jüngsten Ergebnisse dürften für die heutige Partie allerdings nur wenig Aussagekraft besitzen, sind gegen den FC Bayern doch ganz andere Qualitäten gefragt als im Ligabetrieb. Zu verlieren hat der Außenseiter selbstverständlich nichts. „Wir sind heiß auf das Spiel und wollen die Euphorie, die in der Stadt entstanden ist, mit ins Spiel nehmen“, sagte Trainer Baumgart.

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Für Bayern München beginnt in Paderborn die kritische Saisonphase. Der sechste Meistertitel in Serie ist den Roten nicht mehr zu nehmen; somit dürfte sich der Fokus zunehmend auf die Pokalwettbewerbe richten. Die Begegnung mit Paderborn ist natürlich eine Pflichtaufgabe für den FCB, auch wenn Trainer Jupp Heynckes vorab betonte, man nehme den Gegner „sehr ernst“. „Ich denke, dass das ein richtiger Pokalfight wird“, ließ der 72-Jährige verlauten, der über den Paderborner Fußball generell nur Gutes zu sagen hatte. An ein offenes Duell dürften jedoch nur die wenigsten glauben, wirken die Bayern doch nach ihrem makellosen Rückrundenstart (vier Spiele, 12 Punkte, 14:5 Tore) zumindest auf nationaler Ebene fast unschlagbar. Die Ausfälle von Javi Martínez (Sprunggelenksprobleme) und Jérôme Boateng (Magen-Darm-Infekt) sollten die Münchner problemlos wegstecken können.

SC Paderborn: Ratajczak – Boeder, Schonlau, Strohdiek, Herzenbruch – Krauße – Zolinski, Ritter, Antwi-Adjej – Tietz, Michel

FC Bayern München: Ulreich – Kimmich, Süle, Hummels, Alaba – Rudy – Müller, James – Robben, Coman – Lewandowski

Es gibt keine Anzeichen dafür, dass der FC Bayern in der aktuellen Form durch den SC Paderborn verwundbar ist. Die Heynckes-Elf ist in überragender Verfassung, hat alle Spiele seit der Winterpause mit mindestens zwei Toren Unterschied gewonnen. Wer in der Bundesliga von Sieg zu Sieg eilt, sollte mit einem Drittligisten im Pokal eigentlich keine Probleme haben. Es wäre eine Überraschung historischen Ausmaßes, wenn dem SC Paderborn der Einzug ins Halbfinale gelänge.