Pisczcek: „Habe die Balance in meinem Spiel gefunden“

Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek ist seit Jahren eine Säule bei Borussia Dortmund. In einem Interview spricht der 32-Jährige über die schwierige Saison, seine Spielweise und seine Zukunft.

Zur Saison 2010/11 wechselte Piszczek von Hertha BSC zum BVB. Seitdem bestritt er 292 Pflichtspiele für die Schwarz-Gelben und gewann je zweimal die Meisterschaft und den DFB-Pokal. „Zur Borussia zu gehen war ein Volltreffer. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es mir irgendwo anders besser ergangen wäre“, blickte er im Kicker-Interview zurück. In Berlin war Piszczek noch als offensiver Flügelspieler eingesetzt worden, erst in Dortmund wurde er zum Außenverteidiger umgeschult.

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Seine Offensiv-Qualitäten hat er behalten, wie 16 Tore und 55 Assists für den BVB belegen. Mittlerweile hat er ein Gleichgewicht zwischen Vorwärtsdrang und defensiver Stabilität gefunden. „Unter Jürgen Klopp bin ich wie ein Verrückter nach vorne gerannt. Thomas Tuchel wollte nicht, dass ich so oft vorne bin, ich sollte mich mehr auf die Defensive konzentrieren“, erklärte er und fügte an: „Dadurch – und durch die wachsende Erfahrung – habe ich die Balance in meinem Spiel gefunden. Es geht darum, wann ich unsere Angriffe absichere und wann der richtige Moment gekommen ist, mich an ihnen zu beteiligen.“

„Werde meine Karriere in Dortmund beenden“

Dass der BVB in dieser Saison schwankende Leistungen zeigt und viel Kritik erfährt, will Piszczek nicht überbewerten. „Nach einem Trainerwechsel kann nicht alles auf Anhieb funktionieren. Es dauert, bis wir den Fußball spielen, den wir alle spielen möchten. Durch so eine Phase muss man einfach durch“, meinte er und stellte klar: „Wir haben den Anspruch, Champions League zu spielen und müssen alles dafür tun, das zu schaffen.“ Aktuell steht die Borussia auf dem dritten Tabellenplatz, profitierte aber immer wieder auch von der schwächelnden Konkurrenz. Piszczek bleibt dennoch optimistisch. „Qualität haben wir auf jeden Fall genug. Es hat auch mit Glück und Pech zu tun. Gegen Hannover (1:0; Anm. d. Red.) treffen wir zweimal den Pfosten“, meinte er.

Seine persönliche Zukunft hat der polnische Nationalspieler bereits geplant. Vor zwei Wochen verlängerte er seinen Vertrag in Dortmund bis 2020, danach will er seine Profi-Laufbahn beenden. „Ich werde meine Karriere in Dortmund beenden. Dafür ist 2020 ein gutes Datum“, meinte er. Endgültig will er die Fußballschuhe allerdings noch nicht an den Nagel hängen. „Ich kehre nach Polen zurück und werde – nur aus Spaß – noch für meinen alten Verein LKS Goczalkowice spielen. Mit Profifußball hat das nichts mehr zu tun. Ich werde mich dort nur fit halten“, verriet er.