Rangnick schlägt Alarm: „Wir haben nicht endlos Zeit“

Foto: Karina Hessland/Bongarts/Getty Images

Nach dem ersten Trainingslager seit seiner Rückkehr als Cheftrainer bei RB Leipzig war Ralf Rangnick ziemlich sauer. Die Einstellung einiger Spieler und die personelle Lage im Kader ärgerten den 60-Jährigen.

Auf die Frage, was er aus der Woche in Seefeld mitnehmen würde, sagte Rangnick, „dass wir noch einiges an Arbeit vor uns haben. Vor allem im körperlichen Bereich.“ Man würde einen deutlichen Unterschied zwischen den Spielern feststellen, die seit dem Start der Vorbereitung dabei seien und denen, die erst später dazugekommen seien. Und dann müsse man weiter unterscheiden zwischen den Spielern, die ihre Hausaufgaben gemacht hätten und denen, die sie nicht gemacht hätten. „Es ist sicher kein Zufall, dass zwei von drei Spielern, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben, jetzt verletzt sind“, sagte Rangnick und meinte damit die beiden französischen Abwehrspieler Dayot Upamecano und Nordi Mukiele.

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„Der Dritte ist Augustin. Der hat insgesamt noch einmal eine bessere Grundphysis. Deshalb hat er verletzungsbedingt noch keine Probleme“, betonte Rangnick. Bei den WM-Fahrern wie Emil Forsberg oder Timo Werner sei es klar, dass sie noch nicht im Rhythmus seien. „Aber wir haben nicht endlos Zeit, denn in drei Wochen spielen wir gegen Borussia Dortmund“, sinnierte Rangnick. Daher hätte auch das Spiel gegen Huddersfield Town (0:3) nur einen begrenzten Wert. „Ein normales Training wäre besser gewesen“, sagte der Coach, der den Test absagen wollte. Auch Huddersfields deutscher Trainer David Wagner war unzufrieden. „Ich hätte mir schon gewünscht, dass RB mit einer stärkeren Mannschaft gegen uns antritt“, meinte der 46-Jährige.

„Da muss personell etwas passieren“

Mit Blick auf die neue Saison hat Rangnick angesichts der dünnen Personallage Bedenken. „Wenn es so bleibt, ist es schwierig, auf drei Hochzeiten zu tanzen“, meinte der Trainer, der auch Sportdirektor ist. „Da muss personell etwas passieren.“ Das gelte für Neuzugänge, aber auch für verletzte Spieler, die man wieder gesund bekommen müsste. In der kommenden Woche wartet bereits das nächste Pflichtspiel auf die Sachsen, die in der 3. Qualifikationsrunde zur Europa League zu Hause die Rumänen von CS Universitatea Craiova (Donnerstag, 18.30 Uhr) erwarten. Nach Hin- und Rückspiel müssen noch zwei Spiele in den Play-offs bestritten werden, ehe erst die Gruppenphase winkt. Angesichts der mühevollen Qualifikation zur Europa League sei jedoch ein freiwilliges Aus kein Thema, betonte Rangnick: „Von Abschenken kann überhaupt keine Rede sein.“

(sid)