Real und Barça im Brasilien-Fieber

Foto: Pierre-Philippe Marcou/AFP/Getty Images

Die spanischen Schwergewichte FC Barcelona und Real Madrid rüsten sich für den erneuten Kampf um die La Liga-Krone in der kommenden Saison. Dabei scheint das Augenmerk auf jungen brasilianischen Spielern zu liegen: Vinícius Júnior, Arthur und Malcom wollen den spanischen Fußball in Zukunft beherrschen.

Vinícius war Real Madrid Zahlungen über ganze 45 Millionen Euro an Flamengo Rio de Janeiro sowie jeweils acht Millionen an den Spieler selbst und seine Beraterfirma wert. Dabei ist der Linksaußen erst seit dem 12. Juli dieses Jahres volljährig. Der Deal wurde allerdings nicht in der laufenden Transferperiode vereinbart, sondern bereits im Mai 2017. Damals war Vinícius gerade einmal 16 Jahre alt. In 49 Pflichtspielen für Flamengo erzielte der Rechtsfuß zehn Tore und bereitete weitere vier vor. 2017 gewann er mit Brasilien die U17-Südamerikameisterschaft. Dabei krönte er sich mit sieben Treffern zum Torschützenkönig.

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Die „Königlichen“ haben eine Menge Vertrauen in den Teenager. Reals Präsident Florentino Pérez ist überzeugt davon, dass Vinícius einer der Größten der kommenden Ära wird. Er soll in die Fußstapfen des zu Juventus Turin gewechselten Cristiano Ronaldo treten und das neue Gesicht der „Blancos“ werden. Mit brasilianischen Offensivspielern ist Real in der Vergangenheit nicht immer gut gefahren: Vinícius wäre der erste wirklich gelungene Transfer seit Ronaldo im Jahre 2002. Mit Rodrigo verpflichtete der Hauptstadtklub einen weiteren Brasilianer. Der Wechsel des 18-Jährigen ging allerdings deutlich geräuschloser über die Bühne, er soll zunächst in Reals U19 aufgebaut werden.

Ein Konkurrent für Dembélé, ein Nachfolger für Iniesta

Etwas über 70 Millionen Euro zahlte der FC Barcelona für die Dienste von Malcom (Girondins Bordeaux) und Arthur (Grêmio Porto Alegre). Der Transfer des Erstgenannten schlug dabei hohe mediale Wellen: Malcom soll sich mit der AS Rom bereits über einen Wechsel einig gewesen sein, ehe die „Blaugrana“ den 21-Jährigen schließlich doch nach Spanien lockte. In der Folge kritisierte Roms Präsident James Pallotta das Vorgehen der Katalanen scharf. Malcom spielt offensiv auf der rechten Seite und wird damit zum direkten Konkurrenten des Ex-Dortmunders Ousmane Dembélé. Der Angreifer wechselte 2016 aus São Paulo nach Bordeaux und stand insgesamt 96 Mal für Girondins auf dem Platz. Dabei gelangen ihm 23 Tore und 16 Vorlagen.

Arthur hingegen soll im Barça-System weniger für die Abschlüsse sorgen, sondern das Spiel ordnen. Der zentrale Mittelfeldspieler war vor seinem Wechsel zum amtierenden spanischen Meister wohl nur Experten wirklich ein Begriff. Er stammt aus der Jugend von Grêmio Porto Alegre und war bis zu diesem Sommer für die Profis aktiv. In 50 Pflichtspielen erzielte der 21-Jährige gerade einmal zwei Tore und legte drei weitere auf. Arthur ist die Art von Spieler, der die Torvorlagen vorbereitet. Von den Anlagen her ähnelt der Rechtsfuß Vereinslegende Andrés Iniesta. Erfolg ist für ihn jetzt schon kein Fremdwort: In der Saison 2016/17 führte er Grêmio zum Gewinn der Copa Libertadores, dem südamerikanischen Äquivalent der Champions League.

Hohe Ablösesummen bedingen große Erwartungen

Drei hohe Summen, drei junge Spieler, drei große Versprechen: Vinícius, Malcom und Arthur könnten die Gesichter der nächsten Dekade des spanischen Fußballs werden, die neuen Ronaldo, Lionel Messi und Iniesta. Zuvor gilt es allerdings, die Vorschusslorbeeren zu bestätigen. Sowohl Vinícius als auch Arthur spielten noch nie in Europa, keiner der drei Jungprofis absolvierte bislang ein A-Länderspiel für die „Seleção“. Der Sprung zu einem Klub der absoluten europäischen Elite kommt für die Senkrechtstarter recht früh in ihren Karrieren. Es bleibt abzuwarten, ob sie den hohen Erwartungen tatsächlich gerecht werden können.