Rexhbecajs Premiere zum Vergessen

Bei der 0:3-Niederlage gegen die TSG 1899 Hoffenheim stand Wolfsburgs Elvis Rexhbecaj erstmals in der Bundesliga von Beginn an auf dem Platz. Grund zum Feiern hatte der 20-Jährige allerdings nicht. In einer desaströsen Mannschaft ging er auf ungewohnter Position mit unter.

Vor der Partie im Kraichgau hatte Bruno Labbadia ein Sonderlob für Rexhbecaj parat. „Elvis macht es sehr gut. Ich merke, dass er Feuer hat und sich unbedingt über das Training anbieten möchte. Das war von Anfang an so“, lobte ihn der VfL-Coach und verhalf ihm prompt zum Startelf-Debüt in der Bundesliga. Etwas überraschend begann das Eigengewächs anstelle von Gian-Luca Itter für den gelb-rot-gesperrten William auf der linken Abwehrseite. Eigentlich ist Rexhbecaj im zentralen Mittelfeld beheimatet. „Der Vorteil bei ihm ist, dass er mehrere Positionen spielen kann und die Aufgabe mit großem Herz angeht“, meinte Labbadia. Doch der erfahrene Bundesliga-Coach tat Rexhbecaj mit dessen Hereinnahme keinen Gefallen.

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Von der ersten Minute an war dem Youngster die Verunsicherung anzumerken. Am Ball agierte er hektisch, teilweise irrlichterte er auf der für ihn neuen Position herum und offenbarte deutliche Schwächen im Stellungsspiel. Die TSG erkannte das schnell und fuhr die Mehrzahl der Angriffe über die rechte Seite, wo der überforderte Hilfs-Verteidiger gegen den aktiven Pavel Kadeřábek und die ständig rochierenden Serge Gnabry und Andrej Kramarić sträflich alleingelassen wurde. Sowohl Yunus Malli als auch Admir Mehmedi, die nacheinander die linke Außenbahn bekleideten, halfen dem Debütanten nur unzureichend und ließen den Rückwärtsgang allzu oft schleifen. Eine undankbare Aufgabe für den gebürtigen Albaner, der sich nichtsdestotrotz redlich mühte.

Rebbe verteidigt Debütanten, Labbadia rechtfertigt sich

„Elvis hat viel Druck bekommen“, stellte Sportdirektor Olaf Rebbe laut Sportbuzzer fest und nahm den Youngster trotz seiner misslungenen Premiere in Schutz: „Über viele Phasen hat er es gut gemacht. Es war ein ordentliches Bundesliga-Startelf-Debüt von Elvis. Auch wenn das Ergebnis nicht versöhnlich ist.“ Verständlich, dass sich die Verantwortlichen vor Rexhbecaj stellen, den tatsächlich die geringste Schuld trifft. Vielmehr muss sich Labbadia hinterfragen, warum er den U23-Akteur ins kalte Wasser warf, obwohl er das Risiko vor der Partie sogar erkannte und dem Eigengewächs Zeit einräumte. „Es gibt einen Unterschied zwischen dem Training und der Bundesliga, da fehlt natürlich für unsere aktuelle Situation noch die Erfahrung“, hatte er noch vor der Partie gesagt, Rexhbecaj entgegen dieser Einschätzung aber dennoch aufgeboten.

Der VfL-Übungsleiter rechtfertigte die Entscheidung gegen Itter und für den Debütanten: „Luca ist erst Mitte der Woche ins Training eingestiegen. Und wir hatten schon mit Yunus Malli jemanden auf den Platz geschickt, der auch erst Mitte der Woche eingestiegen ist. Wir wollten nicht das volle Risiko gehen, gleich mit zwei angeschlagenen Spielern reinzugehen“, erklärte er. In der kommenden Woche wird Rexhbecaj, der im Sommer einen Profivertrag bis 2020 bei den „Wölfen“ unterschrieb, wohl wieder auf der Bank bleiben. William steht vor der Rückkehr ins Team.