Rhein-Main-Derby ums Halbfinale

Nur ein Ausrutscher soll die jüngste Pleite gewesen sein: Bereits am Mittwoch will Eintracht Frankfurt zurück in die Erfolgsspur, die erneute Endspielteilnahme im DFB-Pokal ist schließlich das Ziel. Auf dem Weg dahin gilt es, im Viertelfinale gegen den 1. FSV Mainz 05 zu bestehen. Beide Teams erwarten einen Gegner auf Augenhöhe.

Platz zwei war das Ziel, am Ende jedoch gab es Ernüchterung. Am Sonntag hatte sich die Eintracht das bislang wohl schlechteste Saisonspiel geleistet und dafür beim 0:3 in Augsburg die Quittung kassiert. Möglichst nur ein Ausrutscher soll diese Pleite gewesen sein, der Traum von Europa schließlich ist noch immer lebendig. Als derzeit Tabellensechster segeln die Frankfurter weiter auf Kurs Richtung Europa League. Entsprechend relaxed zeigte sich Niko Kovač nach dem Augsburg-Spiel. Es sei doch „ganz normal“, mal ein Spiel zu verlieren, erklärte der Eintracht-Coach, verband diese Einordnung aber mit einem Appell: „Wichtig ist aber, dass wir immer 100 Prozent geben. Bevor wir punkten, müssen wir arbeiten.“ Das ausgemachte Ziel der Hessen ist im Pokal schließlich der erneute Finaleinzug, nachdem die Kovač-Elf im Vorjahr erst im Endspiel gegen Dortmund (1:2) unterlegen war. „Jeder, der das im vergangenen Jahr miterlebt und seinen Teil dazu beigetragen hat, möchte das wieder erleben“, sagte der 46-Jährige, der bis auf die Langzeitverletzten auf alle Spieler zurückgreifen kann.

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Einen Stimmungsaufheller erhoffen sich jedoch ebenfalls die Mainzer. Auch in der aktuellen Saison nämlich schwebt der FSV am Rande des Abgrunds – ein Erfolg im Pokal käme da gerade recht. Die vergangenen Wochen waren allerdings alles andere als rund gelaufen. Von bislang vier Pflichtspielen im neuen Kalenderjahr gingen drei verloren. Lediglich gegen Stuttgart gelang mit Ach und Krach ein Sieg (3:2). Der Liga-Alltag und der dortige Tabellenplatz 16 sollen am Mittwoch aber möglichst keine Rolle spielen. „Wir können und wollen etwas Historisches erreichen und zum zweiten Mal in unserer Vereinsgeschichte ins Halbfinale einziehen“, machte Trainer Sandro Schwarz unmissverständlich klar. Von einem zusätzlichen Festtag sprach gar Rouven Schröder: „Fastnacht beginnt für uns so schon am Mittwoch“, flachste der Sportvorstand. Ebenso wie die Eintracht können auch die Rheinhessen personell beinahe aus dem Vollen schöpfen. Während Levin Öztunali und Bote Baku ausfallen, werden die zuletzt angeschlagenen Yoshinori Mutō und Jean-Philippe Gbamin voraussichtlich rechtzeitig fit.

Eintracht Frankfurt: Hrádecký – Salcedo, Hasebe, Falette – Wolf, Mascarell, Chandler – Boateng, Fabián – Haller, Rebić

1. FSV Mainz 05: Zentner – Gbamin, Hack, Diallo – Donati, de Jong, Brosinski – Serdar, Latza – Quaison – Ujah

Gegenseitiger Respekt prägte das Rhein-Main-Derby im Vorfeld. Während FSV-Vorstand Schröder einen „Fight auf Augenhöhe“ ankündigte, kündigte Eintacht-Coach Kovač einen „echten Pokalfight“ an. Für ein offenes Duell spricht zudem das Ergebnis aus dem Hinspiel der Bundesliga. Im Oktober hatten sich beide Teams 1:1 getrennt. Die unterschiedlichen Situationen in der Liga dürften am Mittwoch keine Rolle spielen, beide Teams spekulieren aufs Halbfinale.