Schmelzer: „Werden es nicht mehr geändert bekommen“

Borussia Dortmund muss nach der verdienten Niederlage im Revierderby gegen den FC Schalke (0:2) sogar um die Champions League bangen. Die Vorstellung auf Schalke war ein Offenbarungseid – wieder einmal.

„Wir werden es in dieser Saison nicht mehr richtig geändert bekommen“, sagte Kapitän Marcel Schmelzer. Die Schalker erteilten dem BVB eine Lehrstunde in Sachen Willen, Emotionen und Leidenschaft. „Man kann nur schwer sagen, woran es liegt“, meinte ein ratlos wirkender Schmelzer mit leiser Stimme. Der Vorsprung auf Rang fünf beträgt zwar noch vier Punkte, doch die Form ist rückläufig und das Restprogramm hat es in sich. „Dort müssen wir anders auftreten“, sagte Marco Reus mit Blick auf die kommenden Spiele gegen Bayer 04 Leverkusen und die TSG 1899 Hoffenheim.

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Im Saisonfinale droht zudem der Ausfall von Michy Batshuayi. Der Torjäger zog sich in der Nachspielzeit eine Knöchelverletzung zu und humpelte auf Krücken aus der Arena. In diesen Wochen geht aber der gesamte Verein am Stock. In der Europa League gab es das blamable Aus gegen RB Salzburg, in der Liga eine 0:6-Klatsche in München, und nun der enttäuschende Auftritt im für die Fans wichtigsten Spiel der Saison. Im Anschluss geloben die Spieler immer Besserung und äußern sich durchaus selbstkritisch, doch dann ergeben sie sich ebenso regelmäßig in ihr Schicksal. „Die Lage wird immer schwieriger“, sagte Ömer Toprak. „Wenn es einen Schalter geben würde, würden wir ihn umlegen.“

Es mangelt an Führungsspielern

Diesen Schalter haben aber weder die Spieler noch Coach Peter Stöger gefunden. Der Abschied des Österreichers am Saisonende wird daher immer wahrscheinlicher, Lucien Favre gilt weiterhin als Favorit für den Sommer. Einzig denkbares Szenario für einen Verbleib Stögers: Wunschkandidat Julian Nagelsmann steht erst ab 2019 zur Verfügung und bis dahin wird ein Platzhalter benötigt. Doch Stöger wirkt frustriert. In der Dortmunder Mannschaft stimmt es nicht. Es mangelt an Führungsspielern. Zudem schieben einige vermeintliche Leistungsträger Frust. Julian Weigl drückt seit Wochen die Bank und Mario Götze wurde auf Schalke trotz harmloser Offensive erst in der 86. Minute eingewechselt.

(sid)