Schröder: „In diesem Job wird man nicht jünger“

Für Mainz 05 geht es an den verbleibenden vier Spieltagen noch um den Ligaverbleib. Im großen Lattenkreuz-Interview spricht Sportvorstand Rouven Schröder unter anderem über psychischen Druck im Abstiegskampf, mögliche Transfers im Sommer und die Bedeutung der Persönlichkeit eines Spielers bei einer Verpflichtung.

Das Restprogramm der Rheinhessen hat es in sich. Dem Auswärtsspiel beim FC Augsburg (Sonntag, 15.30 Uhr) folgt das Heimspiel gegen RB Leipzig (29.04., 15.30 Uhr) sowie ein Gastspiel bei Borussia Dortmund (05.05., 15.30 Uhr). Das Saisonfinale bestreitet der FSV vor heimischem Publikum gegen Schröders Ex-Klub SV Werder Bremen (12.05., 15.30 Uhr).

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Herr Schröder, die Mannschaft hat gegen den SC Freiburg am Montag (2:0) unabdingbaren Willen gezeigt. Wie stolz sind Sie auf die gezeigte Leistung?
Natürlich freut man sich, wenn die Mannschaft ihre Endspurt-Serie erfolgreich fortsetzt. Es war sehr wichtig, dass wir nach der Länderspielpause gegen Gladbach und Köln gute Spiele gemacht und gepunktet haben. In einem sehr speziellen Spiel am Montag haben wir uns nun mit dem Sieg belohnt. Natürlich gibt der Erfolg einem ein gutes Gefühl, trotz allem wissen wir, dass es nur ein weiterer Schritt auf dem Weg zu unserem großen Ziel direkter Klassenerhalt war. Deshalb sind wir gut beraten, uns voll auf die kommende Aufgabe am Sonntagnachmittag gegen Augsburg zu fokussieren. Noch ist nichts geschafft.

Heißt der Trainer von Mainz 05 auch in der kommenden Saison Sandro Schwarz?
Es gab intern nie den Gedanken, den Trainer zu wechseln. Die Frage stellt sich für mich nicht.

Wie stehen Sie Trainerwechseln während der Saison im Allgemeinen gegenüber?
Das muss jeder für sich selber wissen. Dabei gilt es eine Menge Dinge zu hinterfragen: Was wäre, wenn du jetzt den Trainer wechselst? Was für Trainer sind auf dem Markt? Passt der Trainer überhaupt zum Verein? Bist du nach einer gewissen Zeit gezwungen, den Trainer schon wieder zu wechseln, weil er in die Philosophie des Klubs nicht reinpasst? Das ganze Thema kann einen auch zu sehr beschäftigten. Meines Erachtens spielt beim Trainer vor allem die Überzeugung eine große Rolle. Man entscheidet sich ja schließlich bei der Verpflichtung bewusst für ihn. Wenn man nah dran ist an der Mannschaft, nimmt man wahr, ob es passt oder nicht. Klar ist aber auch, dass immer im Sinne des Vereins gehandelt werden muss. Wenn dem Klub ein Wechsel guttun würde, weil es nicht weitergeht in der Entwicklung, dann muss man diesen auch vollziehen. Ich bin grundsätzlich aber eher ein Freund davon, an Trainern festzuhalten, anstatt frühzeitig die Nerven zu verlieren. Vom Druck von außen muss man sich bei solchen Entscheidungen völlig freimachen.

Was hat vor knapp zwei Jahren den Ausschlag für Mainz 05 gegeben?
Werder Bremen hat mich damals in meiner Entwicklung durch die Erfahrungen, die ich dort sammeln konnte, immens weitergebracht. Hinter Thomas Eichin konnte ich als Sportdirektor viel an Entscheidungen mitarbeiten. Mainz 05 hat mir die Möglichkeit geboten, in die erste Reihe zu wechseln und mehr Verantwortung zu übernehmen – eine Möglichkeit, die ich gern wahrnehmen wollte. Der FSV ist ein sehr interessanter Verein, der über Jahre sehr gute Arbeit geleistet hat, sehr sympathisch ist und sich durch gute Transferpolitik ausgezeichnet hat. Als Nachfolger von Christian Heidel in Frage zu kommen, war für mich eine große Ehre. Den Schritt nach Mainz bin ich bewusst gegangen. Jetzt bin ich schon seit zwei Jahren hier.

Besitzen alle Spieler einen Vertrag für die zweite Liga?
(schmunzelt) So gut wie.

Der Kader ist mit vielen jungen Spieler gespickt. Wie hält die Mannschaft dem psychischen Druck im Abstiegskampf stand?
Das ist nicht unbedingt altersbedingt, sondern eine Typ-Frage. Es gibt viele, viele junge Spieler, die mit Druck hervorragend umgehen können. Es gibt Spieler, die in Situationen großen Drucks erst ihre maximale Leistung abrufen können, andere belastet das mehr – das empfindet jeder unterschiedlich. Wichtig ist, dass du das als Gruppe auffängst und vor allem den Jungs, die Probleme damit haben, zur Seite stehst. Auch mit Blick auf das vergangene Jahr im Abstiegskampf merken wir, dass die Mannschaft einen Schritt nach vorne und wichtige Erfahrungen gemacht hat. Dabei spielen viele kleine Faktoren eine Rolle, die auch abseits des Platzes stattgefunden haben.

Wie würden Sie das aktuelle Verhältnis zu den Fans beschreiben?
Wir spüren deutlich, dass wir alle in der Liga bleiben wollen. Wir sollten uns also auf den Fußball fokussieren und freuen uns jetzt auf die nächsten Spiele.

„Als Nachfolger von Christian Heidel in Frage zu kommen, war für mich eine große Ehre“ – Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Zwei Heimspiele gegen Leipzig und das formstarke Bremen, dazu die Auswärtspartien in Augsburg und Dortmund – wie schätzen Sie das Restprogramm Ihrer Mannschaft ein?
Ich schätze das so ein, dass wir am Wochenende nach Augsburg fahren und dort drei Punkte holen wollen. Das wird natürlich keine einfache Aufgabe, weil Augsburg eine sehr unbequeme, heimstarke Mannschaft ist. Am Ende der Saison haben Orakel und Prognosen naturgemäß Hochkonjunktur. Das können aber gerne andere machen. Für uns macht es überhaupt keinen Sinn, sich mit irgendwelchen Blitztabellen zu beschäftigen. Es ist immer gut, wenn du es selber in der Hand hast, weil es dann auch egal ist, wie die anderen spielen.

Wie zufrieden sind Sie mit der Nachwuchsarbeit? Sowohl die U19 als auch die U17 platzieren sich seit Jahren konstant auf den vorderen Plätzen. Nach ganz oben fehlt aber noch ein Stück.
Wir haben ein hervorragendes Nachwuchsleistungszentrum, das bei der Zertifizierung durch den DFB und die DFL regelmäßig die höchste Auszeichnung bekommt. Unter der Führung von Volker Kersting wird sehr, sehr professionell gearbeitet, da kann der Verein wirklich stolz drauf sein. Und trotzdem ist es wichtig, dass wir immer wieder neue Spieler in die Profimannschaft integrieren. Das ist uns in den letzten Jahren gut gelungen. Dieser Weg wird in Zukunft noch wichtiger werden, weshalb wir auch dahingehend investieren.

Jean-Philippe Gbamin soll auf dem Wunschzettel zahlreicher Spitzenvereine stehen. Hängt sein Verbleib am Klassenerhalt und gab es schon ein Angebot?
Wichtig ist, dass wir die Hand drauf haben. Aus diesen Gründen haben wir den Vertrag im Winter auch nochmal verlängert. Er ist ein ganz wichtiger Spieler für uns und hat in diesem Jahr definitiv nochmal einen Schritt nach vorne gemacht. Dadurch ist klar, dass er auf dem Markt interessanter wird. Es ist auch klar, dass Mainz 05 nicht sagen kann, dass diese Mannschaft in den kommenden fünf Jahren genauso zusammenspielen wird. Der Verein ist auf Transfererlöse angewiesen, um in die Infrastruktur, den Nachwuchs und die Mannschaft investieren zu können. Der Weg als Aus- und Weiterbildungsverein ist der Weg, den wir gehen, und Spielerverkäufe sind in unserem System ein essentieller Bestandteil.

Im Winter wurden in Anthony Ujah und Nigel de Jong zwei erfahrene Spieler verpflichtet. Beide konnten bisher noch nicht entscheidend in Erscheinung treten. Wie lautet Ihr Fazit?
Es ist doch so: Wenn eine Mannschaft erfolgreich Fußball spielt, werden solche Dinge gar nicht diskutiert. Es gibt viele Vereine, die im Winter deutlich höhere Ablösesummen als wir bezahlt haben, aber mehr Punkte auf dem Konto haben und deshalb werden Transfers dort gar nicht thematisiert. Bei Anthony Ujah war uns klar, dass er nach China noch ein bisschen Anlaufzeit brauchen wird. Der Transfer wurde auch mit Blick auf einen möglichen Abgang von Yoshinori Mutō im Sommer getätigt. Tony hat sich hervorragend in die Mannschaft integriert und pusht die anderen Stürmer im Training enorm. Nigel de Jong ist für mich ein perfekter Transfer, weil er einfach vieles von dem umgesetzt hat, was wir uns von ihm erwartet haben. Wir wussten, dass wir ein Gesamtpaket kriegen. Vor allem seine Erfahrung, die sich auch positiv auf die anderen Spieler auswirkt, ist enorm wichtig für uns. Neuzugänge dürfen sich in der öffentlichen Wahrnehmung nur wenige Fehler erlauben. Das Verständnis ist bei vielen nicht gerade groß, wenn jemand wie Kenan Kodro wie von uns erwartet Zeit braucht oder ein René Adler mal daneben greift. Dann heißt es schnell, außer Abdou Diallo hat niemand eingeschlagen, was natürlich Unsinn ist. Klar gibt es aber auch mal Spieler, bei denen es nicht passt. Wie bei Viktor Fischer, der mit Blick auf die WM kalte Füße bekommen und sich eine Veränderung gewünscht hat. Das ist legitim, und kann immer mal passieren.

Die Verträge von Nigel de Jong und Leon Balgoun laufen im Sommer aus. Wollen Sie beide Spieler halten und wie stehen die Chancen?
Der Markt verschiebt sich sowieso nochmal. Leon hat noch die WM vor sich, da ist es doch klar, dass er sich Gedanken über seine Zukunft macht. Da stehen in Zukunft vielleicht nochmal ganz andere Türen offen. Nigel wird bezüglich seiner Zukunft auch nicht hektisch werden. Wichtig ist, dass wir mit den Spielern im Dialog sind und wissen, wo wir stehen.

Muss ein kleinerer Verein wie Mainz immer schon im Hinterkopf haben, dass langfristige Verträge von Leistungsträgern nicht vor einem kurzfristigen Verlust schützen?
Klar. Der langfristige Vertrag ist – neben dem Bekenntnis zum Klub – für den Verein eine Absicherung. Wenn du in dem Finanzsegment der Bundesliga spielst, in dem Mainz 05 sich bewegt, musst du dich daran orientieren und gewöhnen. Auch wenn man es nicht möchte. Natürlich wäre es schön, wenn ein Diallo noch zehn Jahre hier spielt, aber du kriegst diese Spieler ja nicht, wenn du ihnen sagst, dass sie längerfristig nicht den zweiten Entwicklungsschritt woanders machen können. Wir sind ein Ausbildungs- und Weiterbildungsverein. Dafür müssen wir uns gar nicht schämen, das ist einfach so. Der langfristige Vertrag schützt uns davor, dass wir uns bei einem kurzfristig auslaufenden Vertrag dazu gezwungen sehen, den Spieler unter Wert abzugeben. Auch das Gehaltsgefüge in Mainz ist deutlich unter dem von anderen Vereinen, sodass es irgendwann schwer wird, den Spieler, dessen Entwicklung stetig voranschreitet, auch weiter zu halten.

Wie wichtig ist die Persönlichkeit eines Spielers beim Scouting heutzutage?
Elementar wichtig. Du kannst dem Menschen natürlich nur vor den Kopf gucken und nicht hinein, aber grundsätzlich ist ein persönliches Gespräch vor der Verpflichtung sehr wichtig, um über seine Gestik, seine Mimik und sein Auftreten ein gutes Gespür für den Spieler zu bekommen. Ich persönlich spreche gerne direkt nach dem Spiel mit dem Spieler, um zu sehen, wie er seine Leistung einschätzt. Macht er ein schlechtes Spiel, sieht sich aber selber als den entscheidenden Mann? Dann weiß ich schon, wie kritikfähig der Spieler ist. Der Spieler muss sich klar werden, dass wir hier in Mainz keine Starallüren dulden. Bojan Krkić, der aufgrund seiner Vita eigentlich ein Star ist, war da ein sehr gutes Beispiel für diese Form von Demut. Er hat sich immer der Sache untergeordnet. Wichtig ist, dass man hier nicht metaphorisch gesprochen mit dem dicken Schlitten vorfährt und die Kabine durcheinanderbringt.

„Spieler muss sich klar werden, dass wir hier in Mainz keine Starallüren dulden“ – Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Sie hatten nach Ihrer aktiven Karriere bereits einige Jobs im Profifußball. Videoanalyst in Nürnberg, sportlicher Leiter in Fürth, Co-Trainer bei Bochum II und interimsweise in Fürth, Sportdirektor in Bremen und nun in Mainz, dazu sind Sie seit Juli letzten Jahres auch Vorstandsmitglied. Dabei endete Ihre aktive Karriere erst 2011. Welche Vorteile ziehen Sie daraus, in vielen Bereichen bereits gearbeitet zu haben?
Unglaublich viele Einblicke in menschliche Kommunikation, Hierachiestrukturen und das realistische Einschätzen der eigenen Person. Dazu kommt, dass ich zum Beispiel zu den Scouts sagen kann: „Du, ich bin früher auch mehrere hunderttausend Kilometer im Jahr gefahren, habe Spieler empfohlen und dann wurden sie trotzdem nicht genommen.“ Man hat einfach das erlebt, was die Jungs in den Positionen heute durchmachen, auch dass man weniger Geld verdient und trotzdem irgendwie durchkommen muss. Wichtig ist vor allem, dass man respektvoll miteinander umgeht und gemeinsam über mögliche Entscheidungen diskutiert. Auch wenn einer am Ende die finale Entscheidung trifft. Von daher war das eine besondere Ausbildung in allen Bereichen des Fußballs und für mich sehr wichtig.

Wie sehen Sie den Videobeweis, auch im Hinblick auf die Geschehnisse beim Spiel gegen Freiburg?
Wir haben uns vor der Saison alle für den Videobeweis entschieden. Wir haben oft darüber gesprochen und wissen alle, dass nicht alles perfekt laufen kann. Dass es ein Handspiel war, da sind wir uns denke ich alle einig. Dass die Mannschaften zum Teil aber schon in der Kabine waren, ist natürlich das Skurrile an der Sache. Von der Entscheidungsfindung her war diese spezielle Situation kein Fehler. Aber wir werden auch diese immer wieder haben, weil Fehler menschlich sind und wir nun einmal alle Menschen sind. Wir haben in Deutschland einfach viele verschiedene Schiedsrichter, dementsprechend wird in Köln immer ein anderer sitzen, der vielleicht eine andere Sicht auf die Szenen hat. Sie finden ja vielleicht eine Frau schöner als ich und andersrum. Das ist eine subjektive Wahrnehmung, die jeder Mensch hat. Ich bin dafür, dass wir mit dem Videobeweis weitermachen.

Wie ist der Druck zu beschreiben, der vor allem in schwächeren Spielzeiten auf den Verantwortlichen lastet?
Ja gut, dafür werden wir bezahlt, auch das gehört zu unserem Job. Natürlich ist es nicht einfach. Auch wenn du einen freien Tag hast, machst du dir deine Gedanken. Da gibt es nicht die Möglichkeit, mal halb dabei zu sein. Du bist immer dabei. Du bist mit deinen Gedanken immer beim Spiel, beim Kader, beim Trainer, beim Umfeld, bei den Journalisten, du bist immer in dem Thema drin. Man muss einfach einen Weg für sich selbst finden, um damit rational umgehen zu können, dass du schlafen kannst, dass du gewisse Dinge runter brichst, dass du versuchst deine Emotionalität herauszunehmen. Manchmal fällt das schwerer, manchmal fällt es leichter. Unterm Strich darf aber der Spaß nicht fehlen, sonst musst du dir einen anderen Job suchen. Wenn man es am Ende der Saison geschafft hat, ist das aber natürlich auch ein sehr schönes Gefühl. Ein, zwei Tage später geht es dann aber auch direkt mit der Planung und Umsetzung für die neue Saison weiter. Es ist also durchaus ein gewisser Kreislauf vorhanden. Aber eins ist klar: In diesem Job wird man nicht jünger. (lacht)

Gehen die Gedanken dauerhaft in Richtung einer zweiten europäischen Teilnahme? Oder steht die Etablierung in der Bundesliga im Vordergrund?
Ich bin Realist genug, um weiterhin den Klassenerhalt als Ziel auszugeben. Wir sollten Schritt für Schritt gehen. Unser Budget wird nicht von jetzt auf gleich nach oben schnellen, so dass wir in der neuen Saison plötzlich neue Ansprüche formulieren könnten. Wir müssen weiter fleißig bleiben und an uns arbeiten. Alles darüber hinaus nehmen wir natürlich gerne an, aber was nutzt es dir, wenn du lautstark Ziele ausrufst, sie dann aber nicht erreichst. Wir waren in Mainz immer gut damit beraten, die Dinge realistisch einzuschätzen.

Wird auch Mainz von den steigenden Preisen profitieren?
Klar, aber was bringt dir das Geld auf dem Konto? Natürlich werden auch deine Transfers teurer, und du musst dafür sorgen, dass das Gehaltsgefüge nicht zu sehr auseinander gezogen und auch ein Teil der Einnahmen zurückgelegt wird für schlechtere Zeiten. Das hat nichts damit zu tun, dass wir uns zugrunde sparen, aber im Falle eines Abstiegs würde es ohne diese Rücklagen dann auch um Mitarbeiter gehen, die entlassen werden müssten. Da ist auch eine Verantwortung, die wir haben. Und dennoch müssen wir konkurrenzfähig bleiben. Deshalb ist es wichtig, dass wir gute Transfers machen. Möglicherweise profitieren wir davon, dass das Transferfenster in England früher schließt, aber ich denke, dass wir auch so für die Zukunft gut gerüstet sind.

Der FC Bayern München scheint der nationalen Konkurrenz um Längen enteilt. Zuletzt wurde über eine Play-off-Runde diskutiert, um die Spannung an der Spitze wieder zu erhöhen. Wie stehen Sie dem gegenüber?
Eliteliga oder Play-offs, das sehe ich überhaupt nicht. Wer das Spiel zwischen Leverkusen und Bayern am Dienstag gesehen hat, hat gesehen, dass das Spiel für die Bayern ohne die gute Form von Sven Ulreich auch anders hätte ausgehen können. Aber das wird nach einem so deutlichen Ergebnis natürlich vergessen. Die Bayern haben aber die richtigen Momente für sich genutzt und sich als sehr effektiv präsentiert. Es ist klar, dass die Bayern auch in der kommenden Saison der absolute Top-Favorit auf den Titel sein werden. Aber es wird auch Mannschaften geben, wie Dortmund, Leverkusen, Leipzig oder auch Schalke, die für Spannung sorgen können. Ich bin der Meinung, dass wir da nichts großartig ändern sollten und halte dementsprechend nicht viel von Eliteliga oder Play-off-Runden.

Kann ein Vertrag mit einem Trainer an einem Tag gemacht werden?
Ich kenne den Niko (Kovač; Anm. d. Red.) persönlich gut, aber die Sache ist als Außenstehender schwierig zu beurteilen. Ich bin ohnehin ein großer Fan davon, über den eigenen Verein zu sprechen und nicht über andere. Dass das medial jetzt so aufgebauscht wird, naja. Niko ist ein einwandfreier Sportsmann, ich schätze ihn als Trainer und Mensch. Aber das ist wie gesagt nicht meine Baustelle.

Zum Abschluss noch die Frage nach dem Wunsch für die neue Saison?
Der größte Wunsch ist, dass wir eine ruhige Bundesliga-Saison spielen, in der Liga bleiben und im Sommer einen guten Job machen.