Schwarz über Frankfurt-Spiel: „Haben als Gruppe versagt“

Am Dienstagvormittag bat Mainz-Trainer Sandro Schwarz seine Profis zur ersten Einheit der Länderspielpause. Nach dem Training sprach der 39-Jährige einige ernste und deutliche Worte zur aktuellen sportlichen Lage und der enttäuschenden 0:3-Niederlage bei Eintracht Frankfurt am vergangenen Wochenende.

Zwölf Feldspieler und drei Torhüter absolvierten am Vormittag die intensive Laufeinheit. Kapitän Niko Bungert trainierte derweil nach seinen muskulären Problemen in der vergangenen Woche nur individuell. Im Anschluss an die Einheit stand eine Medienrunde auf dem Programm, die Coach Schwarz für klare Ansagen nutzte. „Wir müssen über das Spiel reden“, sagte der Mainzer Übungsleiter laut Vereinshomepage und meinte damit das 0:3 bei der Eintracht. Er stellte klar, dass „wir eine Partie wie in Frankfurt nicht noch einmal erleben wollen und auch nicht dürfen“. Die Kritik der Fans kann Schwarz absolut nachvollziehen: „Wir haben vollstes Verständnis für unsere Anhänger, weil wir als Gruppe versagt haben.“

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Aus diesem Spiel und der generell bislang schwachen Saison müssen die Rheinhessen nun bis zum Ostersonntag ihre Lehren ziehen. Dann empfängt das Team Borussia Mönchengladbach. Die anstrengenden Läufe am Dienstag sollten einen ersten Vorgeschmack der Endphase der Saison darstellen. „Es ging heute auch darum, Widerstände zu überwinden“, erklärte Schwarz. Der FSV steht derzeit auf dem Relegationsrang, der Vorsprung vor dem 1. FC Köln beträgt nur noch fünf Zähler. Über die Brisanz der Situation seien sich alle im Klaren, betonte der Fußballlehrer, hob aber auch die Möglichkeit, in dieser Saison noch etwas erreichen zu können, hervor. Dies funktioniert allerdings nur als Einheit.

Gbamin sagte Länderspiele ab

„Um Einzelne geht es hier gar nicht. Es geht nur, ohne Ausnahme, darum, das Allerbeste für diesen Klub, für Mainz 05 herauszuholen“, betonte Schwarz und forderte, Fehler offen und ehrlich untereinander anzusprechen. Vermisst hatte der gebürtige Mainzer zuletzt vor allem die Emotionalität und Wehrhaftigkeit seiner Mannschaft. „Man kann verlieren, aber es geht dann auch um das wie“, machte Schwarz seinem Unmut über die überwiegend schwachen Auftritte der letzten Wochen Luft. Auch die Diskrepanz zwischen den Leistungen in Heim- und Auswärtsspielen brachte der FSV-Coach offen zur Sprache: „Wenn wir auswärts ein Gegentor bekommen, sieht das fürchterlich aus.“

Verstärkt wird die Mainzer Trainingsgruppe in den nächsten Tagen durch Mittelfeldspieler Jean-Philippe Gbamin. Der Defensivspieler musste seine Teilnahme an den anstehenden Länderspielen der ivorischen Nationalmannschaft absagen. Der 22-Jährige war bereits zum Nationalteam der Elfenbeinküste gereist, als der Teamarzt bei ihm muskuläre Probleme im Oberschenkel feststellte. Daraufhin trat Gbamin die Rückreise nach Deutschland an und sagte die beiden Testspiele in Togo am Samstag und gegen Moldawien am Dienstag ab. In Mainz kann er nun an seinen muskulären Problemen arbeiten und sich auf den Schlussspurt der Bundesliga-Saison vorbereiten.