Seitenwechsel mit positivem Effekt

Manchester United und der FC Arsenal sorgten vor wenigen Tagen für den spektakulärsten Transfers der Winterpause: Alexis Sánchez und Henrikh Mkhitaryan wechselten die Seiten.

Spontan scheint es so, als habe United den besseren Deal gemacht. In 166 Pflichtspielen für Arsenal erzielte Sánchez 80 Tore und legte 46 weitere auf. Die Erwartungen, die der Chilene bei Uniteds Anhängern geweckt hat, sind groß. Der Offensivmann soll die Mannschaft von José Mourinho schnellstmöglich wieder zur Meisterschaft führen. Seit 2013 wartet United inzwischen auf den Titel in der Premier League. Nicht umsonst hat der 29-Jährige die Rückennummer 7 bekommen, die vor ihm Vereinsikonen wie Eric Cantona, David Beckham oder Cristiano Ronaldo trugen.

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Auch Mkhitaryan trägt die 7. Bei den „Gunners“ allerdings ist sie weniger rühmlich besetzt als bei United. Der Armenier ist ein anderer Spielertyp als Sánchez. Er ist kein Leader, kein Spieler der voran geht. Seine Zahlen sind ebenfalls weniger überzeugend als die des Chilenen. 63 Pflichtspiele bestritt Mkhitaryan für United, ihm gelangen 13 Tore und elf Vorlagen. Der ebenfalls 29-Jährige ist jedoch ein Spieler, der sehr gut ins System der „Gunners“ passt. Zwar kam er in Manchester nicht wirklich zu Recht, zuvor in Dortmund stellte er seine Fähigkeiten allerdings mehrfach unter Beweis. Die Saison 2015/16 beispielsweise schloss Mkhitaryan mit 31 Torbeteiligungen (elf Tore/20 Assists) in ebenso vielen Spielen ab.

Transfer mit gegensätzlichen Zielen

Arsenals Fans hoffen zudem, dass der Verein die Verpflichtung von Pierre-Emerick Aubameyang perfekt macht. Trainer Arsène Wenger allerdings betonte am Freitag, dass die Vereine weit von einer Einigung entfernt seien. Zusätzlichen Ansporn geben, den Wechsel zu fixieren, könnte die Tatsache, dass Mkhitaryan und Aubameyang beim BVB bereits sehr gut harmonierten. Der Armenier könnte also auch diesbezüglich zu einem wichtigen Faktor werden. Der Neuzugang soll bei den „Gunners“ keinesfalls die Rolle von Sánchez einnehmen. Arsenal war vom Chilenen sehr abhängig. Mit dem Neuzugang hoffen die Londoner, das Mannschaftsgefüge zu verbessern und eine rundere Truppe auf den Platz zu bekommen.

United indes hofft genau das Gegenteil. Sánchez ist ein Spieler, der den Unterschied machen kann. Bei den „Red Devils“ soll er die oft lahmende Offensive beleben und Partien – wenn möglich – im Alleingang entscheiden. Die Vorzeichen könnten unterschiedlicher nicht sein. United bekommt einen Leader, Arsenal einen Spieler, der sich einreiht. Beide Vereine erhoffen sich vom Transferkarussell einen positiven Effekt. Sowohl für United als auch für Arsenal ist dieser möglich.