Spieler-Portrait: Elvis Rexhbecaj, 20 Jahre

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Der VfL Wolfsburg hat sich zur neuen Saison mit einigen namhaften Neuzugängen verstärkt. Doch nicht nur sie sollen bei den „Wölfen“ einen Aufwärtstrend herbeiführen; auch aus dem eigenen Nachwuchs kommen talentierte Spieler nach. Einer von ihnen ist Mittelfeldmann Elvis Rexhbecaj.

Der Youngster wurde am 1. November 1997 in Gjonaj geboren. Die Gemeinde nahe der Großstadt Prizren gehörte damals zu Jugoslawien und liegt heute auf dem Staatsgebiet des Kosovo. Obwohl Rexhbecaj bereits als Kind mit seiner Familie nach Deutschland auswanderte und beim Brandenburger SC Süd 05 mit dem Fußballspielen begann, fühlt er sich seiner Heimat bis heute stark verbunden. So dokumentierte er in der Sommerpause auf seinem Instagram-Kanal stolz seine Reise nach Prizren.

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Mit 13 Jahren zog es Rexhbecaj von Brandenburg in das Nachwuchsleistungszentrum des VfL Wolfsburg, wo er sich über die kommenden sechs Jahre im Jugendbereich durchkämpfte. Er hatte es zu dieser Zeit nicht immer leicht, wie sich VfL-Nachwuchsleiter Pablo Thiam gegenüber dem Sportbuzzer jüngst erinnerte. Rexhbecaj sei „nie der Talentierteste“ gewesen, erklärte der Ex-Profi, sondern „immer eher der, bei dem man sich gefragt hat: Schafft er den nächsten Sprung?.“

Starke U23-Leistungen öffnen die Tür zur Bundesliga

Dank viel Fleiß, Ehrgeiz und Bodenständigkeit behauptete er jedoch seinen Platz in Wolfsburg, arbeitete sich bis zur U23 hoch und erhielt schließlich im August 2017 einen Profivertrag. Davon offenbar beflügelt spielte sich Rexhbecaj in der vergangenen Saison mit neun Toren und drei Assists in der Regionalliga in den Vordergrund und wurde zu einer ernsthaften Alternative für die Bundesliga.

Am 28. Januar 2018 verhalf ihm der damalige VfL-Coach Martin Schmidt schließlich zu seinem Profidebüt, als er ihn sechs Minuten vor Schluss gegen Hannover 96 (1:0) für Daniel Didavi einwechselte. Rund sechs Wochen später kam er unter Bruno Labbadia auf ungewohnter Position in Hoffenheim (0:3) zu seinem ersten Startelf-Einsatz. Als Aushilfs-Linksverteidiger gab der Youngster in dieser Partie keine besonders gute Figur ab, dennoch wurde er an den letzten beiden Spieltagen zumindest erneut als Joker eingewechselt. In den Relegationsspielen gegen Holstein Kiel (3:1, 1:0) gehörte er dem Wolfsburger Kader an, wurde jedoch nicht eingesetzt.

Über Kampf und Leidenschaft ins Team?

Wie von Thiam beschrieben, zeichnen Rexhbecaj vor allem seine professionelle Einstellung und sein unbändiger Einsatzwille aus. Egal ob als defensiver oder offensiver Mittelfeldspieler, oder wie gegen Hoffenheim als Linksverteidiger, der 1,82 Meter große Linksfuß scheut keinen Zweikampf und überzeugt vor allem durch Laufstärke und Uneigennützigkeit. Spektakuläre Alleingänge sind von ihm kaum zu erwarten, er stellt sich vielmehr ganz in den Dienst der Mannschaft. Dennoch ist er für das ein oder andere Tor gut, wobei ihm die regelmäßige Teilnahme am Profi-Training dabei geholfen hat, kaltschnäuziger im Abschluss zu werden, wie er Anfang der Woche im exklusiven Lattenkreuz-Interview berichtete.

Trotz dieser Fortschritte dürfte es für Rexhbecaj aktuell schwer werden, beim VfL über eine Reservistenrolle hinauszukommen. Im Wolfsburger Mittelfeld konkurriert der 20-Jährige mit international erfahrenen Spielern wie Ignacio Camacho oder Maximilian Arnold, die deutlich mehr Matchpraxis und wohl auch etwas mehr Talent aufweisen. Allerdings wurde er schon im Jugendbereich oft unterschätzt und hat schlussendlich doch immer den nächsten Schritt geschafft – die Konkurrenz ist also gewarnt. Der junge Kosovare lässt sich jedenfalls nicht einschüchtern und geht die neue Saison mit einer gesunden Portion Lockerheit an: „Ich versuche einfach, jeden Tag, in jedem Training Vollgas zu geben, mich dem Trainer anzubieten und jeden Tag ein Stück besser zu werden. […] Mal sehen, was in dieser Saison dabei rausspringt.“