Spieler-Portrait: Marko Pjaca, 22 Jahre

Für den anstehenden Kampf um die Champions League-Plätze hat der FC Schalke 04 in diesem Monat nachgerüstet. Der 22-jährige Marko Pjaca wurde auf Leihbasis von Juventus Turin verpflichtet. Der kroatische Flügelstürmer gilt als äußerst talentiert, hatte zuletzt aber mit Verletzungssorgen zu kämpfen.

Pjaca wurde am 6. Mai 1995 in der kroatischen Hauptstadt Zagreb in eine Sportlerfamilie hineingeboren. Sein Vater Željko war als Ringer aktiv, seine Mutter Višnja betätigte sich als Judoka. Der Sprössling zeigte sich ebenfalls sportbegeistert und spielte in seiner Kindheit neben Fußball auch Handball, Basketball und Tischtennis. Mit neun Jahren wurde er in die Jugendabteilung des 18-fachen kroatischen Meisters Dinamo Zagreb aufgenommen – wohlgemerkt als Fußballer. Zwischen 2009 und 2010 spielte er bei ZET Zagreb, dann wechselte er zum NK Lokomotiva, einem Erstligisten, der als Ausbildungsverein für Dinamo Zagreb fungiert. Dort schaffte Pjaca 2012 den Sprung zum Profi.

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Im Alter von gerade einmal 16 Jahren feierte er am 19. Spieltag der Saison 2011/12 sein Debüt in der ersten kroatischen Liga. Zu einem echten Kaderspieler wurde er in der darauffolgenden Spielzeit, als er 17-mal zum Einsatz kam und immerhin an drei Toren beteiligt war. In seinem dritten Jahr als Profi entwickelte sich Pjaca schließlich zum Leistungsträger bei Lokomotiva, erzielte sieben Treffer selbst und bereitete weitere sieben vor. Unter Niko Kovač war er außerdem in der U21-Nationalmannschaft aktiv.

Verletzungspech nach Wechsel zu Juventus

Nach dieser „Breakout“-Saison wechselte Pjaca zurück zu Dinamo Zagreb. Beim Liga-Primus setzte er seine beeindruckende Entwicklung unvermindert fort, was ihm seine erste Nominierung für die Nationalelf einbrachte. 14 Saisontore und sechs Assists gelangen ihm nach seiner Rückkehr in die kroatische Hauptstadt; mit dem Klub feierte er den Gewinn des Doubles. Nach einem weiteren starken Jahr (zwölf Tore, sechs Vorlagen) inklusive Doublegewinn und der Teilnahme an der EM 2016 wagte der damals 21-Jährige den Schritt zu einem Spitzenklub. Für 23 Millionen Euro Ablöse ließ ihn Dinamo zu Juventus Turin ziehen, wo er einen Fünfjahresvertrag bis 2021 unterzeichnete.

Beim italienischen Serienmeister lief es für Pjaca in der Folge nicht wie erhofft. Zu Beginn der Saison kam er zu einigen Jokereinsätzen, doch zwischen Oktober und Dezember setzte ihn eine Entzündung im Wadenbeinköpfchen außer Gefecht. Nach einigen weiteren Spielen folgte die nächste Verletzung. Aufgrund einer Kreuzbandblessur musste er fast acht Monate pausieren, erst im November feierte er bei der Turiner U19 sein Comeback auf dem Rasen. Trotz überzeugender Leistungen dort (zwei Tore, drei Assists), kam er bei Massimiliano Allegri bis zur Winterpause nicht mehr zum Einsatz.

Schalke: Mehr als eine Durchgangsstation?

Aufgrund mangelnder Perspektive auf Spielzeit in Turin drängten Pjaca und sein Berater in diesem Winter auf ein Leihgeschäft. Schnell kristallisierte sich Schalke 04 als Favorit auf eine Verpflichtung heraus; am 3. Januar wurde schließlich Vollzug gemeldet. Bis Saisonende wird der Kroate vorerst bei S04 spielen. Ein Verbleib über den Sommer hinaus wirkt zum aktuellen Zeitpunkt unwahrscheinlich. Dass der Leihvertrag keine Kaufoption beinhaltet, lässt vermuten, dass die Italiener aktuell nicht an einen Verkauf denken.

Mit Pjaca bekommen die Schalker einen Spieler, der sein Können bereits auf hohem Niveau unter Beweis gestellt hat. Als EM-Fahrer und dreifacher nationaler Meister kann er nicht als unentdecktes Talent bezeichnet werden. Dennoch hat der 1,86 Meter große Angreifer sein gesamtes Potenzial mit Sicherheit noch nicht ausgeschöpft. Er hat das Talent, ein Weltklassespieler zu werden, doch dazu fehlte ihm bisher das Glück sowie die letzte Konsequenz. Der 22-Jährige wird hoffen, dass er nach den jüngsten Rückschlägen in Gelsenkirchen wieder einen Schritt in die richtige Richtung machen kann.

Ein weiteres Puzzlestück im Tedesco-Plan

Dafür muss sich Pjaca erst einmal einen Stammplatz im „Knappen“-Ensemble erkämpfen. Sein neuer Coach Domenico Tedesco sieht ihn als Allrounder, der mit seiner Physis und Schnelligkeit im Offensivspiel für Zug zum Tor sorgen soll. „Marko kann offensiv rechts und links auf der Außenbahn ebenso wie auf der Acht oder im Sturmzentrum spielen“, beschrieb der junge Trainer seinen Neuzugang gegenüber der Bild. Diese Vielseitigkeit ist ein Attribut des Offensivmanns, der in den ersten Tagen einen hervorragenden Eindruck hinterlassen hat. Beim Test gegen den KRC Genk (2:1) erzielte er nur vier Minuten nach seiner Einwechslung einen Treffer. Auf diesen gelungenen Start will Pjaca in den kommenden Wochen aufbauen. Findet er zu seinem Rhythmus, kann er für Schalke ein wertvoller Spieler im Kampf um die Spitzenplätze werden.