Spieler-Portrait: Patrick Kammerbauer, 21 Jahre

Für Patrick Kammerbauer läuft es seit seinem Wechsel vom 1. FC Nürnberg zum SC Freiburg noch nicht optimal. Der 21-jährige Defensiv-Allrounder konnte sein zweifellos großes Talent bisher noch nicht im Trikot des Sportclubs zeigen. Dennoch ist er ein interessanter Perspektivspieler für die Zukunft.

Kammerbauer wurde am 11. Februar 1997 im mittelfränkischen Raitenbuch, einer ländlich geprägten Gemeinde zwischen Nürnberg und Ingolstadt, geboren. Beim dort ansässigen Fußballverein trat er als Kind erstmals gegen das runde Leder, bereits im Alter von zehn Jahren zog es ihn und seinen Zwillingsbruder David aber in die Jugend des 1. FC Nürnberg.

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Beim „Club“ durchlief Kammerbauer zwischen 2007 und 2016 zahlreiche Nachwuchsteams. Bereits im Alter von 15 Jahren gehörte er zu den bundesweit besten Spielern seines Jahrgangs, wie seine Nominierung für die U15-Nationalmannschaft belegt. 2013 feierte er auf Vereinsebene sein Debüt in der U17-Bundesliga; ein Jahr und 23 Spiele später wurde er zur U19 der Franken hochgezogen. Auch dort entwickelte sich das Talent kontinuierlich weiter und bestach vor allem durch Konstanz. In seinen zwei Jahren bei der U19 verpasste er lediglich zwei Spiele. Mit der deutschen U17-Nationalmannschaft nahm Kammerbauer 2014 an der EM in Malta teil. Das Turnier stellte sich jedoch als Enttäuschung heraus: Deutschland schied sang- und klanglos ohne Sieg in der Vorrunde aus.

Der Durchbruch in Nürnberg

Die Saison 2016/17 begann für den damals 19-Jährigen in der Nürnberger Regionalliga-Mannschaft, für die er bereits im Frühjahr fünfmal aufgelaufen war. Schon nach wenigen Wochen wurde er jedoch zu den Profis befördert. Dort musste er sich zunächst in Geduld üben: Trainer Alois Schwartz ließ Kammerbauer sechsmal über 90 Minuten auf der Bank schmoren, ehe er ihn am 16. Oktober in Karlsruhe (3:0) zumindest einige Sekunden Profi-Luft schnuppern ließ. Nach vier weiteren Einwechslungen kam der Youngster Ende November zu seinem ersten Startelf-Einsatz (1:3 in Stuttgart).

In der Winterpause eroberte sich Kammerbauer schließlich einen Stammplatz als rechter Verteidiger, den er mit kleinen Ausnahmen bis Saisonende verteidigte. Vergangenen Herbst wurde er häufiger im defensiven Mittelfeld eingesetzt und zeigte auch dort solide Leistungen. Allerdings war er nicht uneingeschränkt gesetzt, kam insgesamt nur zu elf Einsätzen. Im Winter scheiterten dann Gespräche über eine Vertragsverlängerung beim „Club“ über 2018 hinaus, woraufhin kurz vor Ende der Transferperiode ein Wechsel angestrebt wurde.

Ein Allrounder mit Auge und Finesse

Der SC Freiburg – bekannt dafür, ein Auge für talentierte Zweitliga-Spieler zu haben – nutzte die Situation und nahm Kammerbauer am 30. Januar unter Vertrag. Aufgrund der kurzen verbleibenden Vertragslaufzeit kassierte der FCN angeblich nur eine geringe Ablösesumme (rund 300.000 Euro) für das Eigengewächs. In Freiburg tut sich der vierfache U20-Nationalspieler bislang schwer. Bei den Profis spielte er noch keine Rolle, einzig drei Einsätze in der Regionalliga-Mannschaft stehen nach eineinhalb Monaten im Breisgau für ihn zu Buche.

Früher oder später dürfte Kammerbauer aber seine Chance in der Bundesliga bekommen. Das nötige Talent, um den Sprung ins Fußball-Oberhaus zu schaffen, bringt der 1,74 Meter große Rechtsfuß definitiv mit – das ist schon länger bekannt. Er verfügt über eine feine Technik, gute Anlagen im Passspiel und scheut sich trotzdem nicht, mit Risiko in Zweikämpfe zu gehen. Am größten dürfte sein Potenzial als Ballverteiler vor der Abwehr sein, er hat aber bereits auf allen defensiven Positionen gespielt. In Freiburg scheint man mit ihm in erster Linie als „Sechser“ zu planen.

Das Warten auf die große Chance

Es bleibt abzuwarten, wie lange sich Kammerbauer noch gedulden muss, ehe ihm Trainer Christian Streich das Vertrauen in der Bundesliga schenkt. Für die Amateur-Mannschaft hat ihn der Sportclub sicher nicht geholt. Es ist also davon auszugehen, dass er recht bald zu seinem Erstliga-Debüt kommen wird. Kammerbauers Aufstieg könnte sich zudem dadurch beschleunigen, dass sich mit Amir Abrashi (Kreuzbandriss) und Caleb Stanko (Meniskusverletzung) in dieser Woche zwei zentrale Mittelfeldspieler der Freiburger verletzt haben.