Spieler-Portrait: Paul Jaeckel, 19 Jahre

Das neueste Mitglied des Wolfsburger Bundesliga-Kaders heißt Paul Jaeckel. Beim 2:0-Erfolg gegen den SC Freiburg am vergangenen Spieltag feierte der 19-Jährige seinen Einstand. Nun will sich der Innenverteidiger natürlich langfristig im Team von Bruno Labbadia festbeißen.

Jaeckel wurde am 22. Juli 1998 geboren und stammt aus der Jugend von Energie Cottbus. Dort stieg er 2013 zur U17-Mannschaft auf und konnte in 22 Einsätzen derart überzeugen, dass ihm der VfL Wolfsburg nach der Saison einen Platz in seinem Nachwuchsprogramm anbot. Jaeckel akzeptierte die Offerte und verließ seinen Heimatverein. In Niedersachsen tat sich der Neuzugang zunächst aber schwer: In seinem ersten Jahr kam er gerade einmal zu acht Einsätzen.

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Erst nach seiner Beförderung zur U19 kam Jaeckel wirklich in Wolfsburg an. Neben 23 Spielen in der U19-Bundesliga kam er in der Saison 2015/16 fünfmal in der UEFA Youth League zum Einsatz. Auf nationaler Ebene kämpfte er mit den VfL-Junioren lange um die Staffelmeisterschaft und verpasste diese schlussendlich nur um einen Zähler. Außerdem bestritt er fünf Partien für die deutsche U18-Nationalmannschaft.

Unverhofftes Debüt als Krönung einer starken Entwicklung

In der darauffolgenden Spielzeit ließen sich die Wolfsburger Junioren die Staffelmeisterschaft nicht nehmen. Ungeschlagen marschierten sie in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Jaeckel war mit 25 Einsätzen ein Dauerbrenner und Erfolgsgarant für die „Wölfe“. Durch seine starken Leistungen schaffte er es, sich in den Dunstkreis der Profis zu spielen. Dass die Endrunde für den VfL schon im Halbfinale gegen den späteren Meister Borussia Dortmund endete, ist rückblickend nicht mehr als eine Randnotiz.

In der anschließenden Sommer-Vorbereitung durfte Jaeckel bei den Profis mittrainieren, zu Saisonbeginn ging es jedoch zunächst zur Regionalliga-Mannschaft. Schon nach vier Spielen für die Amateure warf ihn eine Knieverletzung zurück. Zweieinhalb Monate Pause folgten, doch seit Anfang November ist Jaeckel wieder fit und hat sich zu einem Leistungsträger der zweiten Mannschaft entwickelt. Sein Aufstieg zum Bundesliga-Profi kam dennoch überraschend und war nicht zuletzt dem Pech anderer geschuldet. Als nach John Anthony Brooks, Felix Uduokhai (beide Knieprobleme) und Marcel Tisserand (Sehnenriss) auch noch Jeffrey Bruma (Virusinfektion) ausfiel, blieb Labbadia kaum eine andere Wahl, als dem Youngster beim Gastspiel in Freiburg das Vertrauen zu schenken. Dieser Umstand soll die gute Leistung des Debütanten am vergangenen Wochenende aber keineswegs schmälern.

Reicht es auch dauerhaft für die Bundesliga?

Bei seinem Debüt präsentierte sich Jaeckel souverän und ließ sich keinerlei Nervosität anmerken. Der 1,89 Meter große Rechtsfuß erledigte seine Aufgaben an der Seite von Robin Knoche gemäß dem Motto „Safety first“, wie man es von einem Abwehrspieler erwartet. Jaeckel besitzt im Grunde die klassischen Attribute eines Innenverteidigers: Er ist robust, kopfballstark und weiß sich im Zweikampf zu behaupten. Außerdem ist er schnell genug, um Laufduelle mit gegnerischen Stürmern zu führen und diese auch zu gewinnen. Ein Bereich, in dem sich der 19-Jährige noch verbessern möchte, ist das Aufbauspiel, wie er jüngst laut der Wolfsburger Allgemeine verlauten ließ.

Jaeckel ist mit Sicherheit ein talentierter Spieler und hat vergangenen Samstag gezeigt, dass er sich auf Bundesliga-Niveau behaupten kann. Allerdings darf man nicht ungeachtet lassen, dass in der VfL-Hierarchie aktuell fünf etablierte Innenverteidiger vor ihm stehen. Natürlich gilt das Leistungsprinzip, jedoch wird er es schwer haben, sich ob dieser Konkurrenz in der Bundesliga durchzusetzen. Anders könnte es im Fall eines Abstiegs aussehen. Im Falle eines Umbruchs hätte Jaeckel bessere Chancen, sich im Profi-Bereich dauerhaft zu etablieren. Halten die „Wölfe“ die Klasse, könnte eine Ausleihe in die 2. Bundesliga für das Talent eine sinnvolle Option darstellen.