Stieler bringt Streich auf die Palme

Für Freiburg-Coach Christian Streich war das 0:2 (0:0) auf Schalke ein Skandal. Seiner Meinung nach hatte kein Spieler die Partie entschieden, sondern Schiedsrichter Tobias Stieler.

„Ich darf nichts sagen, es ist unglaublich“, knurrte der 52-Jährige nach dem Spiel. Zunächst entschied Stieler auf Elfmeter, als sich Breel Embolo den Ball zu weit vorgelegt und bei Manuel Gulde eingefädelt hatte (62.). „Da pfeift er sofort“, stichelte Streich. Doch noch mehr auf die Palme brachte ihn die Gelb-Rote Karte gegen Freiburgs Kapitän Nils Petersen (66.). Stieler hatte dem Stürmer nach dem von Daniel Caligiuri verwandelten Foulelfmeter (63.) wegen Meckerns Gelb gezeigt – allerdings hinter dessen Rücken. „Er hat es nicht gesehen, er hat ja hinten keine Augen“, ereiferte sich Streich. Petersen meckerte drei Minuten später erneut und war völlig perplex, als der Unparteiische Rot zückte.

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Seine Assistenten mussten Streich festhalten, sonst wäre er an der Seitenlinie auf Stieler losgegangen. Denn gegen den Hamburger Referee hegt der Freiburger Coach einen besonderen Groll. Beim 0:3 am 29. Oktober in Stuttgart hatte Stieler Abwehrspieler Çağlar Söyüncü nach Videobeweis schon in der zwölften Minute wegen eines Handspiels vom Platz gestellt und nachher zugegeben, dass Gelb wohl gereicht hätte. „Ich dachte, es wäre erledigt. Aber es hat sich heute fortgesetzt“, meinte Streich, der nach seinem wilden Protest auf die Tribüne verbannt worden war. Er habe „nicht überreagiert“, betonte der 52-Jährige, „ich habe ein Schimpfwort benutzt.“

(sid)