Stögers Situation droht ungemütlich zu werden

Peter Stöger hatte zu Beginn seiner Amtszeit bei Borussia Dortmund sehr kurzfristig großen Erfolg. Inzwischen allerdings stellt sich die Frage, ob der Österreicher die richtige Wahl für den BVB war.

Ex-Coach Peter Bosz musste gehen, weil Schwarz-Gelb keine Balance zwischen Angriff und Abwehr fand. Dortmund erzielte zwar eine Menge Tore, in der Abwehr allerdings offenbarten die Westfalen zu viele Lücken. Nach der 1:2-Niederlage gegen Werder Bremen an Spieltag 15 war Schluss für den Niederländer. Stöger übernahm und gab der Mannschaft das, was ihr fehlte: defensive Stabilität. Auf den ersten Metern ging das Konzept auf. Der BVB schlug Mainz 05 (2:0) und die TSG Hoffenheim (2:1). Und auch beim 1:2 in München im DFB-Pokal hinterließ die Borussia keinen schlechten Eindruck und verlor letztlich deutlich knapper als zu erwarten war.

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Seit Rückrundenbeginn allerdings lahmt es gehörig beim BVB. Der Esprit, die Geschwindigkeit und die Torgefahr, die Schwarz-Gelb unter Bosz auszeichneten, scheinen verflogen. Zwar brannte Dortmund schon in den ersten Spielen unter Stöger kein Feuerwerk ab, damals allerdings stimmten zumindest die Ergebnisse. Im neuen Jahr bedeuten ein 0:0 gegen Wolfsburg, ein 1:1 in Berlin und ein glückliches 2:2 im Duell mit Freiburg gerade einmal drei Punkte nach drei Spielen. Zu wenig, um die Saisonziele sicher zu erreichen. Großen Anteil an der Misere im Sturm hat sicher auch Pierre-Emerick Aubameyang, der durch sein Verhalten aktuell viel Unruhe in die Mannschaft bringt.

Dortmund geht die Zielstrebigkeit abhanden

Beim Gabuner stehen die Zeichen auf Abschied. Sein Wechsel zum FC Arsenal ist beinahe in trockenen Tüchern, Dortmund verhandelt mit möglichen Nachfolgern. Einzig und allein das ist aber nicht die Lösung, um die Leichtigkeit im eigenen Spiel wiederzufinden. Dem BVB fehlt die Vertikalität im eigenen Spiel. Zwar stimmen die Ballbesitzzahlen, die Torgefahr allerdings geht der Borussia ab. Oft positioniert sich die Elf von Stöger wie eine Handballmannschaft um den gegnerischen Sechzehner herum, findet aber keine Wege, zu gefährlichen Abschlüssen zu kommen.

Kurzum spielt Dortmund aktuell nur wenig attraktiven Fußball. Die Stimmung bei den Anhängern droht zu kippen, die Unzufriedenheit wächst. Stöger muss schleunigst eine Lösung für die aktuelle Misere finden, sonst droht die Situation für den Österreicher noch unangenehmer zu werden. Schon bei seiner Verpflichtung gab es einige kritische Stimmen, die der Meinung waren, der 51-Jährige sei nicht der Richtige für den BVB. Aktuell liefert die Mannschaft des Ex-Kölners wenig Argumente, die gegen diese Aussagen sprechen.