Stoppt die Bundesliga-Uhr gegen Gladbach?

Der Hamburger SV empfängt Borussia Mönchengladbach zum Saisonfinale am Samstag (15.30 Uhr) im heimischen Volksparkstadion. Während beide Mannschaften einen Sieg brauchen, um die gesteckten Ziele zu erreichen, ist die Fallhöhe bei einem Punktverlust für die Norddeutschen ungleich größer.

Der HSV belegt ein Spiel vor dem Ende der Saison den 17. Tabellenrang und damit einen direkten Abstiegsplatz. Nur mit einem Sieg gegen die „Fohlen“ haben die Hanseaten noch die Chance, sich am letzten Spieltag in die allzu bekannte Relegation zu retten. Zeitgleich müssen die Hamburger auf eine Niederlage des VfL Wolfsburg gegen den 1. FC Köln hoffen. Diese Ausgangslage ist besonders bitter, da die „Rothosen“ es am vergangenen Wochenende in Frankfurt (0:3) verpasst hatten, sich in eine Position zu bringen, in der sie ihr Schicksal selbst in der Hand gehabt hätten. Der Noch-„Dino“ ist also auf Kölner Schützenhilfe angewiesen, möchte sich aber lieber mit den eigenen Möglichkeiten beschäftigen. „Wenn wir rausgehen, werden wir in einem Tunnel sein und uns vollkommen auf unsere Aufgabe fokussieren“, kündigte Trainer Christian Titz an. Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter den Einsätzen von Aaron Hunt und Tatsuya Itō, die unter der Woche einige Einheiten nicht mit bestreiten konnten. Einen möglichen Startelf-Einsatz von Nicolai Müller, der in Frankfurt sein Comeback nach überstandenem Kreuzbandriss gefeiert hatte, ließ Titz offen.

- Anzeige -

Auch Borussia Mönchengladbach braucht einen Sieg in Hamburg, um sich die Chance auf eine Europa League-Teilnahme im nächsten Jahr offen zu halten. Die Gladbacher stehen auf Rang neun und haben zwei Zähler Rückstand auf den Tabellensiebten Eintracht Frankfurt. Obwohl der Fokus im Vorfeld der Partie klar auf dem HSV lag, wollte Borussia-Trainer Dieter Hecking auch an die eigene Mission erinnern. „Wir müssen unsere Aufgabe erledigen, um die Hoffnung am Leben zu erhalten“, sagte der Übungsleiter, der auch für seinen Ex-Klub, den VfL Wolfsburg, gewinnen möchte. Die Gladbacher präsentierten sich in den vergangenen Wochen in guter Verfassung: Die „Fohlen“ sind seit drei Partien ungeschlagen und holten zehn Punkte aus den letzten fünf Spielen. Hecking muss in Hamburg auf die verletzten Lászlo Bénes (Operation am Mittelfuß), Mamadou Doucouré (Aufbautraining nach Muskelteilabriss), Julio Villalba (Muskelbündelriss) und Lars Stindl (Syndesmosebandriss) verzichten. Dafür kehren die zuletzt gelb-gesperrten Jannik Vestergaard, Christoph Kramer und Denis Zakaria zurück.

Hamburger SV: Pollersbeck – Sakai, Papadopoulos, Jung, Douglas Santos – Steinmann – Kostić, Holtby, Hunt, Itō – Wood

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Elvedi, Ginter, Vestergaard, Wendt – Kramer, Zakaria – Hofmann, Hazard – Drmić, Raffael

Beide Teams brauchen einen Sieg, der Druck liegt allerdings ganz eindeutig beim HSV. Ohne einen Erfolg gegen Gladbach und Kölner Schützenhilfe in Wolfsburg müssten die Norddeutschen erstmals in der Vereinsgeschichte dem bitteren Gang in die Zweitklassigkeit entgegenblicken. Die Borussia wird derweil versuchen, eine wechselhafte Saison noch zu veredeln.