Szalai und Kramarić erlegen Mainz

Einen Haufen Arbeit hatte die TSG Hoffenheim mit dem Gast, blieb letztlich aber erfolgreich: Mit 4:2 (1:1) kämpften die Sinsheimer am Samstag den 1. FSV Mainz 05 nieder. Während sich Hoffenheim damit in der oberen Tabellenhälfte behauptete, grüßen die Rheinhessen weiter von Rang 16.

Während es TSG-Trainer Julian Nagelsmann im Vergleich zum 1:1 gegen Berlin bei einem Wechsel beließ – Nadiem Amiri startete für den verletzten Kerem Demirbay –, wirbelte sein Gegenüber Sandro Schwarz die Mannschaft mächtig durcheinander. Nach dem desaströsen 0:3 im Pokal gegen Frankfurt veränderte der Mainzer Trainer seine Startelf auf gleich sechs Positionen. Draußen blieben der verletzte Keeper René Adler sowie Stefan Bell, Karim Onisiwo, Suat Serdar, Robin Quaison und Anthony Ujah; beginnen durften dafür Robin Zentner, Leon Balogun, Giulio Donati, Jean-Philippe Gbamin, Emil Berggreen und Yoshinori Mutō.

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Erst mal ordnen musste sich die Mainzer Hintermannschaft in den ersten Minuten, und beinahe hätte Hoffenheim diesen Umstand umgehend genutzt. Nach einer Flanke von Nico Schulz spitzelte Andrej Kramarić den Ball an den linken Pfosten (3.). Die Rheinhessen schienen wieder mal mächtig zu schwimmen, wie bereits am Mittwoch gegen Frankfurt. Nach und nach arbeitete sich das Team aber in die Partie. Mit viel Laufarbeit und Zweikampfstärke kaufte der FSV dem Gegner anschließend meist den Schneid ab – in Rückstand gerieten die Gäste dennoch. Serge Gnabry steckte bei einem Konter auf Ádám Szalai durch, der den Ball zum 1:0 einschob (27.). Gerade mal 100 Sekunden hielt diese Führung allerdings. Denn postwendend drückte Berggreen eine Freistoß-Flanke zum 1:1 über die Linie (28.). TSG-Keeper Oliver Baumann hatte sich beim Rauslaufen verschätzt.

Tempo erst wieder rund um die Pause

So ausgeglichen wie das Torekonto gestaltete sich anschließend die Partie – allerdings auf überschaubarem Niveau. Beide Teams suchten vorne nicht das letzte Risiko, Fehlpässe erstickten konstruktive Angriffe zudem im Keim. So tröpfelte die Partie vor sich hin, viel mehr als verunglückte Distanzschüsse von Daniel Brosinski (33.) hüben und Amiri (40.) drüben gab es nicht zu sehen. Erst kurz vor der Pause zogen die Hausherren noch mal das Tempo an: Zunächst scheiterte Gnabry nach feinem Dribbling an Zentner, im Nachsetzen köpfte Szalai an die Latte (43.). Wenig später war erst mal Pause.

In der Kabine schien Nagelsmann die richtigen Worte gefunden zu haben. Mächtig Druck nämlich machte Hoffenheim nach Wiederanpfiff, Zentner musste sowohl gegen Szalai (49.) als auch Amiri (52.) retten. Schwarz reagierte angesichts des kippenden Kräfteverhältnisses, für Latza brachte er Serdar (56.). Dominant aber blieb die TSG, die durch Dennis Geiger (58.), Gnabry (59.) und Szalai (63.) die nächsten Chancen markierte.

Kramarić trifft doppelt

Die erneute Führung der Hausherren schien eine Frage der Zeit – und nach einem Standard fiel sie dann auch. Nach einer Freistoßflanke verpasste es Mainz gleich mehrfach, die Szene zu klären, Kramarić besorgte schließlich im Nachsetzen das inzwischen hochverdiente 2:1 (67.). Beinahe hätte Kramarić sogar gleich noch ein Tor nachgelegt, der Kroate stand jedoch mit einer Fußspitze im Abseits (69.). Lange mussten die TSG-Fans dennoch nicht auf den nächsten Treffer warten. Nach Zuspiel von Geiger besorgte der starke Szalai das 3:1 (73.). 16:1 Torschüsse hatte die TSG zu diesem Zeitpunkt in Hälfte zwei gesammelt.

Souveräne Siege allerdings kennt Hoffenheim derzeit nicht. Mit einem Slapstick-Gegentor nämlich machten die Gastgeber das Spiel noch mal spannend. Baumann verhinderte ein Gnabry-Eigentor noch, vom Innenpfosten jedoch prallte der Ball zu Berggreen, der zum 2:3 einschoss (80.). Plötzlich war wieder Spannung drin. Mainz allerdings fand anschließend keinen Schlüssel mehr, um die Defensive der Sinsheimer ernsthaft herauszufordern. Die Entscheidung fiel kurz vor Schluss: Kramarić nagelte einen Freistoß aus knapp 25 Metern zum 4:2 in die Maschen (88.). Wenig später war Schluss.