Titz kündigt Veränderungen in der Startelf an

Um die wohl allerletzte Chance auf den Klassenerhalt zu wahren, greift HSV-Coach Christian Titz vor seinem Bundesliga-Debüt durch. Nicht weniger als 33 Akteure ließ er in den vergangenen Tagen vorspielen.

„Es wird Veränderungen in der Startaufstellung geben, so viel steht fest“, sagte der Nachfolger von Bernd Hollerbach mit Blick auf die richtungweisende Partie am Samstag (15.30 Uhr) gegen Hertha BSC. „Wir wollen einen Mix aus jungen und erfahrenen Spielern herstellen.“ Am Freitag wird er nach dem Abschlusstraining also einige vermeintliche Bundesliga-Spieler aus dem Kader streichen. Wen es trifft, ließ Titz am Donnerstag noch offen.

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„Wir wollten den Konkurrenzkampf erhöhen, andere Typen reinbringen, auch für die Kommunikation in der Kabine“, sagte der neue HSV-Coach. „Es hat dazu geführt, dass sich die Spieler voll reingehängt haben.“ Alles andere wäre in der Situation der Hamburger auch fatal: Nach 13 Spielen ohne Sieg beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz acht Spieltage vor dem Saisonende sieben Punkte. Die Wahrscheinlichkeit, dass Titz als erster Trainer mit dem HSV absteigt, ist hoch. Doch diesen Druck blendet er aus. „Es ist doch wenigen vergönnt, als Trainer in der Bundesliga mit so vielen guten Spielern arbeiten zu dürfen“, sagte Titz, auch wenn das Privatleben leidet. „Ich komme zu gar nichts anderem. Außer wenn ich abends nach Hause komme, um noch ganz kurz meine Frau zu treffen.“

Einzelgespräche und die Wichtigkeit der Anhänger

Titz geht nach den wenigen Trainingstagen mit „einem guten Gefühl“ ins Spiel gegen Hertha, die Hauptstädter kommen zum Einstand auch gerade recht. Seit vier Spielen warten die Berliner inzwischen auf einen Torerfolg – und sind damit in jüngster Zeit als einziges Team in der Liga noch ungefährlicher als der HSV, der inzwischen seit 289 Minuten auf einen Treffer wartet und mit 18 Treffern die mit Abstand schwächste Offensive aller Bundesligisten stellt. Und so sieht sich Titz vor allem als Seelsorger für die zuletzt geschlossene Abteilung Attacke gefordert. Der gebürtige Mannheimer pickte sich unter der Woche immer wieder einzelne Spieler heraus und führte intensive Einzelgespräche. „Ich weiß, wie wichtig es für die Jungs ist zu spüren, dass die Fans die Mannschaft unterstützen“, betonte er außerdem mit Blick auf die Zuschauer.

(sid)