Torpremiere: Antons Warten hat ein Ende

Nach seinem ersten Bundesliga-Tor gegen den SC Freiburg (2:1) war Waldemar Anton der Stolz anzusehen. Der Shootingstar von Hannover 96 unterstrich seine rasante Entwicklung beim Heimsieg am Samstag erstmals seit Langem wieder in vorgezogener Rolle.

Zum Rückrunden-Auftakt gegen den 1. FSV Mainz 05 (3:2) war es beinahe schon so weit: Mit einem Kopfball aus fünf Metern schickte sich Anton an, sein erstes Tor im Oberhaus zu erzielen, doch FSV-Keeper Robin Zentner rettete mit einem herausragenden Reflex auf der Linie. Einen Monat später durfte das 21-jährige Eigengewächs der „Roten“ erstmals jubeln. Mit einem satten Schuss aus dem Rückraum brachte er sein Team gegen Freiburg mit 1:0 in Führung – und war nach dem Abpfiff sichtlich stolz. „Auf dieses Tor warte ich schon lange. Ich bin froh, dass es endlich mal geklappt hat“, meinte er.

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Der Treffer war die Krönung einer erneut starken Leistung des U21-Nationalspielers, der erstmals seit Oktober 2017 nicht wie gewohnt in der Dreier-Abwehrkette zum Einsatz kam. Stattdessen startete Anton für den fehlenden Pirmin Schwegler im defensiven Mittelfeld und überzeugte mit hoher Präsenz als Ballverteiler und beherzter Zweikämpfer. Die Statistik unterstreicht den blitzsauberen Auftritt des 21-Jährigen. Seine Laufleistung von 11,94 Kilometern übertraf nur Iver Fossum, zudem gab er zusammen mit Felix Klaus die meisten Schüsse aufs Tor ab (3), gewann mit Niclas Füllkrug die meisten Zweikämpfe (21) und konnte nach Salif Sané (72) die zweitmeisten Ballbesitzphasen (69) vorweisen.

Heldt: Antons Entwicklung „langsam beängstigend“

96-Sportdirektor Horst Heldt geriet über den vielseitigen „Alleskönner“ folglich ins Schwärmen. „Dass er das kann, wissen wir sowieso. Jetzt macht er auch noch Tore – jetzt wird’s langsam beängstigend“, meinte er und ergänzte: „Er hat schon viele berechtigte Lobeshymnen, für seine flexible Art und Weise zu spielen, bekommen. Er macht einfach eine tolle Entwicklung.“

Wie lange Anton bei diesem raketenhaften Aufstieg noch zu halten ist, ist fraglich. Im Winter sollen bereits verschiedene Bundesligisten angeklopft haben, im Sommer dürfte das Interesse an dem Defensivakteur nicht kleiner werden. Immerhin: Ein Verkauf Antons würde den Niedersachsen wohl eine beträchtliche Summe in die Kasse spülen, denn der bis 2021 laufende Vertrag des begehrten Talents enthält keine Ausstiegsklausel.