Unions Trainerwechsel: Ein notwendiger Schritt?

Der 1. FC Union Berlin gab in der vergangenen Woche überraschenderweise die Entlassung von Trainer Jens Keller bekannt. Der erhoffte Aufschwung blieb am letzten Spieltag jedoch aus.

Die „Eisernen“ sind als einer der großen Aufstiegsfavoriten in die Saison gestartet. Nach zwei Siegen zum Auftakt blieb Union fünf Partien in Folge ohne Dreier und verlor den Anschluss an die vorderen Plätze. Der Hauptstadtklub schaffte es jedoch, den Schalter umzulegen. Dank einer Erfolgsserie (fünf Siege, ein Unentschieden) meldete sich Berlin wieder im Aufstiegsrennen zurück. Drei sieglose Ligaspiele später zogen die Verantwortlichen die Reißleine und stellten Keller frei.

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„Es ist ein harter Schnitt, den wir vollziehen, weil wir ihn für notwendig halten“, begründete Geschäftsführer Lutz Munack die Entscheidung. „Mit unserer Spielweise und den Ergebnissen der letzten Wochen werden wir nicht den Ansprüchen gerecht, die wir klar formuliert haben.“ Keller, der im Sommer 2016 den Trainerposten übernommen hatte, zeigte sich sehr überrascht von seiner Entlassung. „Ich bin geschockt und kann es nicht verstehen. Wir haben in letzter Zeit sicherlich nicht gut gespielt. Aber das passiert in der Liga jeder Truppe mal“, erklärte der Übungsleiter bei ran.de. „Wir haben aus den letzten neun Ligaspielen fünf Siege, zwei Remis und zwei Niederlagen geholt. So schlecht ist die Ausbeute nicht.“

Hofschneider übernimmt

Beim Rauswurf von Keller belegte Union mit 26 Punkten Rang vier. Der Rückstand zum Relegationsplatz betrug drei Zähler. Für viele Außenstehende ist die Entlassung daher nur schwer nachvollziehbar. Als Nachfolger präsentierten die Berliner mit dem bisherigen U19-Coach André Hofschneider zwar einen Übungsleiter, der die Mannschaft bestens kennt. Dennoch dürfte die durch den Trainerwechsel entstandene Unruhe nicht gerade förderlich für den Aufstiegskampf sein.

Am vergangenen Spieltag schafften es die „Eisernen“ nicht, das Ruder herumzureißen. Vor heimischem Publikum setzte es gegen Dynamo Dresden eine verdiente 0:1-Niederlage. Dabei präsentierte sich die Hofschneider-Elf in vielen Phasen ideenlos. Am kommenden Freitag steht für den Hauptstadtklub eine richtungsweisende Partie auf dem Programm. Der Absteiger aus Ingolstadt ist im Stadion An der Alten Försterei zu Gast. Bei einer Niederlage rückt der Aufstieg in weite Ferne und der Trainerwechsel wäre vorerst wirkungslos verpufft.