Watzke: BVB hatte Batshuayi seit vier Jahren im Auge

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat offenbar Hoffnung, Michy Batshuayi dauerhaft an Schwarz-Gelb binden zu können. Zudem äußerte sich der Verantwortliche am Sonntag unter anderem zu Ousmane Dembélé und der Situation von Trainer Peter Stöger.

Wie Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke im Wontorra-Fußballtalk auf Sky am Sonntag verriet, sei es „ums Verrecken nicht möglich“ gewesen, eine solche zu bekommen. „Wenn Roman Abramowitsch (Klub-Besitzer; Anm. d. Red.) ‚nein’ sagt, dann heißt es ‚nein‘. Aber eine Chance gibt es immer“, betonte der Geschäftsführer. Eine unbefristete Verpflichtung scheint der Verantwortliche also noch nicht ad acta gelegt zu haben.

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Batshuayi war für die Westfalen kein Fremder. Dortmund habe schon „vor vier Jahren mit ihm gesprochen und ihn beobachtet“, sagte Watzke. Dass der Angreifer derart schnell gute Leistungen bringt, ist jedoch keine Selbstverständlichkeit. Auch der 58-Jährige ist sich dessen bewusst: „Wir hatten zwei Ideen und wir wussten, einer von den beiden bringt uns möglicherweise weiter. Dass er jetzt so eingeschlagen hat, ist auch für uns eine Glücksgeschichte. Wenn man ihn sieht, hat man das Gefühl, der passt ganz gut in die Mannschaft.“

Dembélé hätte bei 60-Millionen-Angebot auf die Tribüne gemusst

Generell sorgten Transfers beim BVB in den letzten Jahren für großes Aufsehen. Besonders der Abgang von Dembélé war spektakulär, denn der Franzose erstreikte seinen Wechsel zum FC Barcelona. Dieses Verhalten wollte der BVB eigentlich nicht dulden, wie Watzke betonte: „Bei einem Angebot von 60 Millionen Euro hätten wir Dembélé auf die Tribüne gesetzt.“ Aber: „Bei einem Angebot von 147,148 Millionen müssen wir ökonomisch denken.“

Pierre-Emerick Aubameyang nahm sich am Verhalten seines ehemaligen Mitspielers ein Beispiel und zwang die Borussia praktisch, ihn an den FC Arsenal abzugeben. „Mit Aubameyang hatte ich mittlerweile Kontakt. Er hat mir gesagt, er hat sich nicht gut benommen, aber es musste gelöst werden. Am Ende spielte mit, dass er 2016 hätte gehen können, da hat er aber gesagt, ich bleibe hier. Das hat jetzt am Ende den Ausschlag gegeben, ihn jetzt gehen zu lassen“, sagte Watzke.

Watzke wollte Bender nicht ziehen lassen

Ebenfalls gehen lassen musste Schwarz-Gelb Sven Bender. Der Innenverteidiger war im Sommer 2017 zu Bayer Leverkusen gewechselt. „Es hat mir in der Seele wehgetan, Sven Bender abzugeben. Er ist ein Granatenjunge, ein großartiger Typ. Er hatte super Jahre bei uns“, gab der Geschäftsführer einen Einblick und führte aus: „Am Tag nach dem Pokalsieg habe ich ihn angesprochen, da habe ich gemerkt, in ihm ist etwas total zerbrochen. Im Pokal-Halbfinale hat er uns kurz vor Schluss mit einer unfassbaren Rettungstat ins Finale gerettet. Im Pokalfinale ist er dann aber nicht eine Minute eingesetzt worden. Das hat in ihm extrem etwas ausgelöst.“

Dann sei der Defensivmann „irgendwann mit dem Wunsch gekommen“, nach Leverkusen zu gehen. „Weil er da das Gefühl hatte, die setzen mehr auf mich. Wir haben ihn versucht zu überzeugen, weiter bei uns zu bleiben, aber er hatte das Gefühl, dass nicht mehr komplett auf ihn gesetzt wird und dass er einen neuen Anfang machen möchte“, meinte der Geschäftsführer.

Stöger mit Chance auf längere Anstellung

Wie lange Trainer Stöger dem Verein erhalten bleibt, ist noch unklar. Aktuell besitzt der Österreicher einen Vertrag bis Ende der Saison. Watzke allerdings stellte dem Coach eine Verlängerung in Aussicht: „Er hat noch kein Spiel verloren. Wenn er weiter keins verliert, wären wir schon blöd, wenn wir nicht mit ihm weitermachen. Wir sind zufrieden, er ist ein außergewöhnlich guter Trainer.“ Der BVB habe „jetzt wieder eine Vertrauensbasis, wie damals unter Klopp. Auch die Fans haben Peter Stöger jetzt schon ins Herz geschlossen, weil er mit seiner unaufgeregten Art gut ins Ruhrgebiet passt.“