Watzke: „Nicht mit elf Balljongleuren auf dem Platz sein“

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Borussia Dortmund konnte sich in der vergangenen Spielzeit nur knapp für die Champions League qualifizieren und bot phasenweise ungewohnt schwache Leistungen. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke rekapitulierte die letzte Saison und erklärte, was sich in Zukunft ändern soll.

In drei Wochen startet der BVB gegen RB Leipzig in die Spielzeit 2018/19. Zuvor warf Watzke nochmal einen kritischen Blick zurück. „Die bittere Erkenntnis, dass wir etwas ändern müssen, reifte um die beiden Europa League-Spiele gegen Salzburg (1:2 und 0:0; Anm. d. Red.) herum. Nachdem ich vorher zweimal unter körperlichen Schmerzen die Spiele gegen Nikosia (jeweils 1:1; Anm. d. Red.) aushalten musste, verstärkten sich diese Schmerzen gegen Salzburg noch einmal. Bei allem Respekt vor diesem Gegner: Wenn wir zweimal komplett hilflos sind, läuft vieles schief“, konstatierte der 59-Jährige gegenüber dem Kicker.

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Im März sei Watzke klar geworden, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Diese spiegelten sich vor allem auf personeller Ebene wider: Carster Cramer entlastet den BVB-Boss in Zukunft als dritter Geschäftsführer, Sebastian Kehl soll den Profis als Leiter der Lizenzspielerabteilung die Werte des Vereins vermitteln, Matthias Sammer soll als Analytiker für neue taktische Erkenntnisse sorgen und der neue Trainer Lucien Favre hat den Auftrag, die Balance zwischen durchschlagskräftiger Offensive und stabiler Defensive wiederherzustellen. „Ich habe zudem den Eindruck, dass er den Laden im Griff hat“, meinte Watzke über den Schweizer Übungsleiter.

Bürki will von Hitz profitieren

Diese Veränderungen sollen sich auf den Platz übertragen: „Wir haben den Fans zuletzt wenig Freude gemacht, haben teilweise keinen schönen Fußball gezeigt und sind in der Öffentlichkeit oft nicht BVB-like rüber gekommen. Das wird in diesem Jahr definitiv besser.“ Dabei liegt der Fokus auf dem Charakter und der Mentalität der Spieler. „Du kannst nicht mit elf Balljongleuren auf dem Platz sein. Wenn es mal nicht läuft, brauchst du ein paar Leute, die den anderen die Richtung zeigen“, sagte Watzke. Mit den bisherigen Neuzugängen Thomas Delaney, Marius Wolf, Abdou Diallo, Achraf Hakimi und Marwin Hitz zeigte er sich zufrieden: „Ich denke, dass wir der Mannschaft eine gewisse Qualität und Stabilität zugeführt haben.“

Torhüter Hitz kommt dabei die Rolle des Herausforderers für Roman Bürki zu. Die beiden Schweizer haben ein gutes Verhältnis zueinander, Bürki sieht seinen Stammplatz nicht gefährdet. „Für mich hat sich nichts geändert. Ein Torwart ist weg, ein anderer Torwart ist gekommen“, sagte der Schlussmann. „Ich will meine Position zwischen den Pfosten behalten.“ Nach zuletzt sehr schwankenden Leistungen hat sich der 27-Jährige eine höhere Konstanz vorgenommen. „Höhen und Tiefen nah beieinander zu halten“ sei das Ziel. Hierbei soll ihm ausgerechnet Hitz helfen. „Ich bin überzeugt, dass Marwin mich pushen wird – und ich ihn“, sagte Bürki.