Watzke zur Trainerfrage: „Ersticken nicht in Dogmen“

Borussia Dortmund hat derzeit gleich mehrere Baustellen: Zum einen tritt die Mannschaft in den letzten Wochen fußballerisch deutlich schwächer auf als in den vergangenen Jahren. Zum anderen ist die Zukunft von Cheftrainer Peter Stöger immer noch ungeklärt.

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke versuchte der sportlichen Lage am Freitag eine Verhältnismäßigkeit zu verleihen. „Wir kamen von Platz acht, jetzt sind wir Vierter mit vier Punkten Vorsprung und einem dramatisch besseren Torverhältnis vor RB Leipzig“, sagte Watzke laut den Ruhr Nachrichten im Rahmen eines PR-Termins. „Das sollte man sich in Erinnerung rufen und daraus sollten wir unser Selbstvertrauen generieren.“ Am Samstagabend (18.30 Uhr) trifft der BVB auf den Tabellendritten Bayer 04 Leverkusen. „Das Spiel ist eine große Chance für uns, einen direkten Konkurrenten hinter uns zu lassen“, betonte Watzke. „Wir brauchen noch Punkte, das ist uns klar. Egal, ob das am Ende sechs oder sieben sein müssen. Die brauchen wir und die können wir auch holen.“

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Der 58-Jährige stellte klar, sich in der Trainerfrage auch weiterhin nicht drängen zu lassen. Einen Zeitplan für die Entscheidung gebe es nicht, „weil wir nicht in Dogmen ersticken“, so Watzke. Das Treffen mit Stöger am Dienstag sei nur eine gewöhnliche Zusammenkunft gewesen. „Hätten wir irgendeine dramatische Sitzung gehabt, hätten wir es bestimmt nicht in aller Öffentlichkeit gemacht. Da saßen bestimmt 70 Leute“, erklärte der Funktionär. Es sei um „stimmungstechnische Dinge“ gegangen und darum, wie die Mannschaft auf das kommende Spiel einzustellen sei. „Es fällt eine Entscheidung, wenn wir das Gefühl haben, dass der Zeitpunkt reif dafür ist“, stellte Watzke klar.

Geschäftsführer fürchtet den Einfluss des Anschlags-Prozesses

Der Unternehmer forderte von den BVB-Spielern, dass sie sich von der Trainerdebatte nicht ablenken lassen: „Das sind Profis, das ist deren Beruf, den sie im Laufe der Jahre ja durchaus erfolgreich ausgeübt haben. Man kann verlangen, dass sie sich fokussieren.“ Deutlich schwerwiegender befürchtet Watzke die Begleiterscheinungen des derzeitigen Prozesses gegen die Attentäter auf den Dortmunder Teambus im vergangenen Frühjahr. „Das soll kein Alibi sein, aber dass das die Mannschaft deutlich mehr beeinflusst als Dinge, die wir noch zu regeln haben, das glaube ich“, sagte Watzke.