WM als Schaufenster für aufstrebende Talente

Die WM ist traditionell ein Schaufenster für aufstrebende Talente. Neben Thomas Müller erlangte auch Bayern-Teamkollege James Rodríguez durch gute Leistungen beim größten Turnier im Weltfußball enorme Bekanntheit.

Nach einem klassischen Torjäger à la Ronaldo sehnen sich die Brasilianer seit Jahren. Gabriel Jesus hat ihr Flehen erhört und sich in ihre Herzen geschossen. Mit 17 Toren in 42 Pflichtspielen für Manchester City ist der Stürmer kein ganz so geheimer Geheimtipp mehr. Deutsche Fans kennen ihn als Siegtorschützen bei der 0:1-Testspielniederlage im März in Berlin.

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Gute Außenverteidiger gibt es nicht wie Sand am Meer. Achraf Hakimi, in Madrid geboren, lernte das Fußball-Einmaleins beim Champions League-Sieger Real, was ihn zum wahrscheinlich hoffnungsvollsten Talent Marokkos reifen ließ. In 17 Spielen, in denen er zweimal traf, durfte Hakimi in der abgelaufenen Saison auf der rechten Seite ran – und das bei erlesener Konkurrenz wie Dani Carvajal. Flexibel ist er auch noch: Der zweikampfstarke Dribbler wird bei der WM wahrscheinlich links starten.

Ein Top-Spielmacher, für den bereits 70 Millionen Euro auf dem Tisch lagen? Den sollte man doch eigentlich kennen. Aber irgendwie ist Sergej Milinkovic-Savic bislang unter dem Radar geflogen. Recht unverständlich eigentlich, da er bei Lazio Rom in der vergangenen Saison nicht nur mit zwölf Toren in 35 Spielen glänzte, sondern auch das Gehirn der Mannschaft war. Das Millionen-Angebot hat Lazio übrigens im vergangenen Sommer ausgeschlagen.

Für Trent Alexander-Arnold ging alles ganz schön zackig. Kaum hatte Jürgen Klopp den Jungspund beim FC Liverpool ins kalte Wasser geworfen, schwamm er sich schon frei. Mit dem Champions League-Finale und der WM-Teilnahme nahm das erste richtige Jahr im Profigeschäft gegen Ende nochmal Fahrt auf. Bei der WM wird er sich wahrscheinlich erstmal hinter Kieran Trippier von Tottenham Hotspur anstellen müssen. Wenn er aber eines gut kann, dann mit den Hufen scharren.

Cristiano Ronaldo nicht die Luft wegatmen – Zyniker würden dies wohl in die Jobbeschreibung für den Sturmpartner des Portugiesen tippen. Doch André Silva kann weitaus mehr als geradeaus laufen. Immerhin hatte der Weltfußballer persönlich Silva im vergangenen Jahr als aussichtsreichen Kandidaten auf seine Nachfolge auserkoren. Und bisher läuft es gut. Zwölf Treffer in 23 Länderspielen können sich sehen lassen. Beim AC Mailand gelangen ihm nur zwei Tore.

In den Lobeshymnen auf die goldene Generation der Franzosen taucht Thomas Lemar selten auf. Keine Überraschung bei Teamkollegen wie Kylian Mbappé oder Ousmane Dembélé. In der Mbappé-Mania 2017 fiel der flinke Dribbler trotz einiger Weltklasseleistungen in der Champions League deutlich ab. Anders als Mbappé blieb Lemar im Fürstentum, spielte eine etwas unspektakulärere Saison als noch im Vorjahr und steht nun kurz vor dem Sprung zu Atlético Madrid.

Nur ein Jahr brauchte Hirving Lozano, um die Niederlande im Sturm zu erobern. 2017 war der Flügelstürmer aus Mexiko zur PSV Eindhoven gekommen und ließ sich nicht lange bitten. 17 Tore und elf Vorlagen in der Eredivisie dürften nicht nur den WM-Auftaktgegner Deutschland aufhorchen lassen, die Statistik zeigt auch: Die Mexikaner haben endlich einen vernünftigen Gegenpart zu Javier Hernández.

Wer wissen will, was Hwang Hee Chan drauf hat, muss nur Borussia Dortmund fragen. Mit Red Bull Salzburg warf der Südkoreaner die Borussen im Achtelfinale aus der Europa League. Er holte im Hinspiel einen Elfmeter raus. In 37 Pflichtspielen erzielte er 13 Tore. Tottenham Hotspur und der FC Liverpool sollen bereits ihre Fühler ausgestreckt haben.

Der beste Verteidiger Südamerikas – manche sagen genau das über Davinson Sánchez. 2016 für fünf Millionen Euro aus Kolumbien zu Ajax Amsterdam, 2017 für 40 Millionen zu Tottenham Hotspur: Allein der Marktwert des Innenverteidigers aus Caloto (rund 60 Kilometer von Cali entfernt) zeigt seine Entwicklung ganz deutlich. In der Champions League zeigte sich Sánchez schon auf der großen Fußball-Bühne – und löste nebenbei Kolumbiens Probleme bei Standards.

(sid)