Wo soll Coutinho eigentlich spielen?

Die Hängepartie um den Transfer des Brasilianers Philippe Coutinho vom FC Liverpool zum FC Barcelona hat ein Ende. Am Montag erfolgte die offizielle Präsentation und die dazugehörige Pressekonferenz.

Der 25-Jährige erhält einen Vertrag bis 2023 und kostet den spanischen Tabellenführer 120 Millionen Euro Ablöse, die sich, bei Erfüllung der entsprechenden Bedingungen, durch Bonuszahlungen auf 160 Millionen Euro erhöhen könnte. Seit Monaten baggerten die Katalanen am Mittelfeldmann, nun haben sie den Wunschspieler in ihren Reihen. Beim Medizincheck offenbarte sich allerdings ein erster Dämpfer für die Coutinho-Euphorie: Der Ex-Liverpool-Profi ist am Oberschenkel verletzt und wird rund drei Wochen fehlen. Das große Debüt ist damit vorerst auf Eis gelegt. Auch über die Verletzung hinaus wird Coutinho in dieser Saison noch nicht voll einsatzfähig sein. In der Champions League ist er für Barça nicht spielberechtigt.

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Die drei Wochen, die der Edeltransfer ausfallen wird, sollte Trainer Ernesto Valverde nutzen, um darüber nachzudenken, auf welcher Position er Coutinho denn überhaupt spielen lassen möchte. Und ob dafür nicht gar ein Systemwechsel nötig wäre. In der Offensive kann der brasilianische Nationalspieler prinzipiell alle Positionen bekleiden, am wohlsten fühlt er sich allerdings als klassischer Spielmacher. In England agierte er aber auch vermehrt in defensiverer Funktion als sogenannter Achter. Dort wird er jedoch ein wenig seiner Torgefährlichkeit beraubt. Das zentrale offensive Mittelfeld, in dem Coutinho so aufblüht, ist bei den „Blaugranas“ zumeist in dieser Form nicht existent.

Neuzugang aus Liverpool könnte zum Luxusproblem werden

Doch genau da läuft der Offensivspieler zu Höchstform auf. In der Hinrunde erzielte er in 20 Pflichtspielen für die „Reds“ zwölf Treffer und legte weitere neun auf. Barcelona agiert in der Regel in einer 4-3-3-Formation, die einen klassischen Zehner nicht vorsieht. Wenn Valverde also an seiner taktischen Aufstellung festhalten möchte, muss Coutinho entweder auf eine der beiden Halbpositionen im Mittelfeld oder im Sturm auf den Flügel ausweichen. Auf der linken offensiven Außenposition spielt meistens allerdings Lionel Messi, weswegen das wohl kaum eine Option werden dürfte. Auf der rechten Seite hat mit Ousmane Dembélé ein anderer Top-Transfer ebenfalls einen Anspruch auf Spielzeit.

Im vorderen Mittelfeld besetzen Andrés Iniesta, Paulinho oder der frühere Schalke-Profi Ivan Rakitić die beiden freien Plätze. Auch hier ist die Konkurrenz groß, dennoch erscheint es am wahrscheinlichsten, dass Coutinho auf längere Sicht einen dieser Akteure aus der Starfelf der Katalanen verdrängt und damit mehr Torgefahr ins Mittelfeld bringt. Der FC Barcelona funktionierte in der Hinrunde aber auch ohne den Brasilianer bereits hervorragend. In der Liga ist der FCB unangefochtener Krösus und in der Champions League souverän als Gruppensieger ins Achtelfinale eingezogen. Nun stößt ein neuer Superstar zu Barcelonas Luxuskader und bringt neben viel Qualität auch die üblichen Schwierigkeiten mit sich.