Wolfsburger Dauerkrise: Schmidt und Rebbe wackeln

Nach nur knapp fünf Monaten im Amt wird die Luft für Wolfsburgs Trainer Martin Schmidt immer dünner. Eine Demission des Schweizers würde wohl zeitgleich das Aus für Sportchef Olaf Rebbe bedeuten, dessen Bilanz in der Autostadt verheerend ausfällt.

Der besonders in der ersten Halbzeit erschreckend schwache Auftritt der „Wölfe“ am Sonntag in Bremen (1:3) beim direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt zeigte deutlich: die Abstiegssorgen werden größer in Wolfsburg. Schmidt, der Ende September Andries Jonker auf der Trainerbank beerbte, kommt in 18 Spielen auf nur drei Siege. In den vergangenen acht Partien gab es nur einen Dreier – das höchst glückliche 1:0 bei Hannover 96 vor drei Wochen, das angesichts der dennoch schwachen Darbietung eher wie ein „Ausrutscher“ wirkte. „Der Druck steigt. Es ist vielleicht schon drei Minuten vor zwölf“, schlug Schmidt am Sonntag Alarm. In den kommenden Wochen geht es auch um seinen Job.

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„Die Niederlage schmerzt und tut sehr weh. Jetzt wissen alle, was die Stunde geschlagen hat. Jetzt müssen wir zusammenstehen, uns aufbäumen und gegen den Trend wehren“, forderte er nach dem Bremen-Spiel, wohlwissend, dass zum ungünstigsten Zeitpunkt nächsten Samstag der weit enteilte Spitzenreiter FC Bayern München in die Volkswagen-Arena kommt. Anschließend folgt das enorm wichtige Kellerduell mit dem ebenfalls im Tief steckenden 1. FSV Mainz 05. Ob Schmidt in den beiden anstehenden Spielen überhaupt noch die Chance bekommt, das Ruder herumzureißen, ist höchst fraglich.

Rebbe kündigt Gespräche an und steht unter Druck

Auch der 50-Jährige schaffte es bislang nicht, aus der Ansammlung von teuren Millionentransfers und hochveranlagten Talenten eine Mannschaft zu formen. Nur vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz sprechen eine deutliche Sprache. Es geht – mal wieder – ums nackte Überleben für die Niedersachsen. „Wir müssen im inneren Zirkel die Dinge genau durchleuchten“, kündigte VfL-Sportchef Rebbe interne Gespräche an. Trainer und Spieler setzte er ungewohnt deutlich unter Druck. Jeder müsse sich „an die eigene Nase fassen, ob die Vorgaben eingehalten werden“. Die sportliche Krise ist allerdings auch die von Rebbe. Die bisherige Bilanz des 39-Jährigen, der im Januar 2017 Klaus Allofs als Sportdirektor in Wolfsburg ablöste, liest sich alles andere als gut.

Nach Jonker und Valérien Ismaël ist Schmidt in Rebbes dreizehnmonatiger Ära bereits der dritte Trainer, der zu scheitern droht. Zudem investierte der Sportchef für 17 neue Spieler stolze 112 Millionen Euro – mit mehr als überschaubarem Erfolg. Im Schnitt holte die Mannschaft seit seinem Amtsantritt 1,13 Punkte pro Spiel. Die Zukunft des ehemaligen Allofs-Ziehsohns ist eng mit der von Schmidt verknüpft. Muss der Schweizer gehen, dürfte auch Rebbes Zeit beim VfL abgelaufen sein. Über mögliche Nachfolger wird bereits spekuliert. Die Namen Jörg Schmadtke (zuletzt 1. FC Köln) und Hans-Dieter Flick, der angeblich in Hoffenheim vor dem Aus stehen soll, machen in Wolfsburg die Runde.