Wunder gibt es immer wieder

Der 1. FC Köln hat nicht gewonnen. Was vor einigen Wochen bei den meisten Anhängern des Klubs für keine sichtbare Regung geschweige denn für Erstaunen gesorgt hätte, war am Wochenende eine echte Überraschung. Das Unentschieden gegen den FC Augsburg (1:1) hat die Chancen auf den Klassenerhalt aber nicht zerstört.

Die nach drei Siegen in Folge auf einer Euphoriewelle reitenden Domstädter waren nach der Partie sehr enttäuscht, auch wenn Trainer Stefan Ruthenbeck vom „besten Spiel“ unter seiner Führung sprach. Da die Konkurrenz im Tabellenkeller – Hamburg, Bremen, Stuttgart und Mainz – ebenfalls maximal einen Punkt holte, hält sich der Schaden durch die verlorenen zwei Punkte in Grenzen. Dennoch wäre der FC bei einem Sieg auf einen Punkt an die Bremer auf dem Relegationsrang herangerückt, die Nicht-Abstiegsplätze wären nur noch drei Zähler entfernt.

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Doch spielt sich der Fußball nicht im Konjunktiv ab. Ruthenbeck weigerte sich, von einer vergebenen Chance zu sprechen. „Wir haben heute einen Punkt gewonnen und nicht nur Unentschieden gespielt“, stellte der Coach klar. Er wird weiter jedes Spiel als „Endspiel“ ausgeben, so auch das Wiedersehen mit Peter Stöger am kommenden Freitag, wenn die Kölner Borussia Dortmund empfangen. Das ist auch die einzige Möglichkeit, wie die Herkules-Aufgabe des Nichtabstieges noch gelingen kann: Jedes Spiel isoliert betrachten, es konzentriert angehen, nicht auf die anderen gucken und sich nicht beirren lassen, wenn mal eine Begegnung verloren geht, sondern auf das nächste Duell schauen.

Hinrunde wettmachen

Dass es irgendwann kein „nächstes Spiel“ mehr geben könnte, ist natürlich auch den Spielern bewusst. Ihre Aufgabe ist, diese groteske Hinrunde, diesen viermonatigen Totalausfall, irgendwie wieder auszumerzen. In der Winterpause hatte der FC neun Punkte Rückstand auf die Relegation, jetzt sind es bei 14 ausstehenden Punktspielen noch vier. Würde die Mannschaft weiter in diesem Tempo aufholen, hätte sie sich in etwa drei Wochen vom letzten Platz verabschiedet. Auch wenn es unwahrscheinlich klingt, aber das Wunder ist nach wie vor möglich. Aber es bleibt eben genau das: ein Wunder.