Zoller resigniert und verzichtet auf Durchhalteparolen

Die Partie am Samstag bei Hertha BSC verlief für Kölns Stürmer Simon Zoller gleich doppelt bitter: Der FC verlor mit 1:2 und steht vier Spiele vor dem Saisonende bereits mit einem Bein in der zweiten Liga. Zudem verletzte sich Zoller schon nach gut 20 Minuten und musste ausgewechselt werden.

„Ich habe gemerkt, dass ich vom Platz muss. Im linken Oberschenkel habe ich plötzlich ein Stechen gespürt“, sagte Zoller am Montag im Interview auf der Vereinshomepage. „Ich wusste, dass es letztlich nichts Schlimmes sein wird, aber ich konnte nicht mehr richtig sprinten. Es hätte keinen Sinn gemacht, weiter zu spielen. Es ging in diesem Spiel um so viel und dann sollte man auch nur spielen, wenn man alles geben kann.“ In der 22. Spielminute beim Stand von 0:0 musste der 26-Jährige durch Jhon Córdoba ersetzt werden. Nach der Untersuchung konnte der Angreifer Entwarnung geben: „Es ist nichts Strukturelles. Wir schauen jetzt von Tag zu Tag, wie sich die Beschwerden entwickeln.“

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Die „Geißböcke“ haben nach der Niederlage gegen die Hertha sechs Punkte Rückstand auf den Relegationsrang. Im Falle eines Sieges der Mainzer am Montagabend gegen Freiburg wären es neun Zähler bei nur noch vier ausstehenden Partien. „Es wäre vermessen, Durchhalteparolen rauszuhauen. Die Situation ist klar. Wir sollten uns jetzt in den verbleibenden Spielen anständig präsentieren. Für uns selbst und für die Fans wollen wir noch ordentliche Spiele abliefern“, meinte Zoller. Der Offensivakteur lobte derweil die Unterstützung der Kölner Anhänger: „Obwohl wir viele Spiele unglücklich verloren haben, war die Unterstützung der Fans im Stadion großartig. Seit ich hier bin, ist der Support der Fans fast immer positiv – auch jetzt in schlechten Zeiten.“

„Wir wissen, was wir verbockt haben“

Zoller kann auch die Kritik an der Spielweise der Mannschaft verstehen, wehrt sich aber gegen Verunglimpfungen. „Vereinzelte Reaktionen sind nicht angebracht“, stellte der Rechtsfuß klar. „Wenn Spieler beleidigt werden, die in den letzten Jahren sehr viel für diesen Verein geleistet haben, dann ist es über der Grenze. Wir wissen, was wir verbockt haben. Es macht aber keiner mit Absicht.“ Am kommenden Sonntag (18 Uhr) empfangen die Rheinländer den Tabellenzweiten FC Schalke 04. „Es wird sehr schwer, aber gegen gute Teams haben auch wir meist gut ausgesehen. Wir wollen auch dieses Spiel unbedingt positiv gestalten“, kündigte Zoller zuversichtlich an.