2:1 gegen Wolfsburg: Hannover holt den zweiten Sieg

Foto: Cathrin Müller/Bongarts/Getty Images

Hannover 96 darf erst mal aufatmen: 2:1 (1:0) setzte sich die Mannschaft von Trainer André Breitenreiter am Freitagabend zum Auftakt des elften Spieltages gegen den VfL Wolfsburg durch. Damit bleibt Hannover zwar auf Platz 16, stellte mit dem zweiten Saisonsieg den Anschluss ans Mittelfeld aber wieder her.

Drei Niederlagen in Folge hatte 96 kassiert, entsprechend veränderte Breitenreiter gleich seine halbe Startformation. Neu in der Startelf waren im Vergleich zum 1:3 auf Schalke Marvin Bakalorz, Linton Maina, Noah Joel Sarenren Bazee und Matthias Ostrzolek. Auf der Bank saßen dafür Miiko Albornoz, Iver Fossum und Genki Haraguchi; Felipe fehlte aufgrund eines Muskelfaserrisses. Zudem kehrte der genesene Michael Esser für Philipp Tschauner ins Tor zurück. Bei einem Wechsel gegenüber dem 0:1 gegen Dortmund beließ es VfL-Trainer Bruno Labbadia: Yunus Malli ersetzte Josip Brekalo.

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Aggressiv und engagiert zeigten sich beide Teams zu Beginn, vor allem aber auch fehleranfällig. Immer wieder segelten Flanken ins Aus, Ungenauigkeiten und Stockfehler unterbanden den Spielfluss. Mehr als ein Freistoß Ihlas Bebous auf Hannoveraner Seite (12.) sowie ein Abschluss Daniel Ginczeks für den VfL (15.) gab es zunächst nicht zu sehen. Beide Schüsse gingen über das jeweilige Tor. Ein Fehler, natürlich, schien dann zur Wolfsburger Führung geführt zu haben. Mallis vermeintliches Tor zum 1:0 jedoch wurde von Schiedsrichter Marco Fritz nicht gegeben, da Yannick Gerhardt zuvor bei der Balleroberung Hand gespielt hatte (18.). Der Videobeweis klärte die Szene auf.

William verliert Maina aus den Augen

Diese Entscheidung schien Hannover frischen Schwung zu verleihen. Zwar war das Spiel weiterhin von Vorsicht und Fehlern geprägt, die Nadelstiche der Hausherren aber wurden zunehmend gefährlich. Nachdem Bebou noch an Koen Casteels gescheitert war (24.), besorgte Maina die Führung für 96. Eine Flanke von Bebou durfte der 19-Jährige unbedrängt zum 1:0 einschießen, da William zu weit weg vom Gegenspieler stand (31.). Wenig später hätte Bebou beinahe das zweite Tor nachgelegt, scheiterte aber erneut an Casteels (35.). Wolfsburg, das eigentlich besser in die Partie gefunden hatte, offenbare große Lücken in der Defensive. Offensiv versprühten Maximilian Arnold (37.) und Ginczek (38.) mit Distanzschüssen zumindest etwas Gefahr. Wenig später war erst mal Pause.

Gleich zwei Wechsel nahm VfL-Coach Labbadia zur zweiten Hälfte vor: Brekalo ersetzte Ginczek, John Yeboah kam für Elvis Rexhbecaj. Tatsächlich startete Wolfsburg mit neuem Schwung, Waldemar Anton sorgte für Gefahr im eigenen Strafraum (47.). Esser war in dieser Szene aber ebenso zur Stelle wie später gegen Arnold (51.) und Jérôme Roussillon (53.). Brekalo setzte zudem erst eine Großchance gegen den heranstürmenden Esser über das Tor (54.) und scheiterte wenig später am 96-Torwart (56.). Kurzum: Die Gäste waren plötzlich klar am Drücker. Hannover hingegen fand kaum den Weg aus der eigenen Hälfte.

William foult, Bebou trifft

Einer der wenigen Entlastungsangriffe des Breitenreiter-Teams führte jedoch zum Erfolg: Bobby Wood bediente Bakalorz, und der 29-Jährige wurde im Strafraum von William abgeräumt. Den fälligen Elfmeter nutzte Bebou zum 2:0 (63.). Statt des sich andeutenden Ausgleichs war Hannover plötzlich deutlich in Front. Und Wolfsburg war der Schwung genommen: Zwar versuchte sich der VfL weiterhin an Angriffen, der Esprit aber war verflogen. Wenig später wechselte auch Breitenreiter: Für Sarenren Bazee brachte er Albornoz (70.), zudem Hendrik Weydandt für Maina (74.).

Fast schon wie ein Handballspiel mutete die Partie in der Schlussphase an. Wolfsburg lief an, immer wieder jedoch war Esser zur Stelle, etwa gegen Yeboah (75.) und Wout Weghorst (78.). Dann jedoch gab es erneut Strafstoß, dieses Mal für den VfL nach Foul an Gerhardt. Weghorst sorgte für das 1:2 (82.) und lieferte den Startschuss für eine heiße Schlussphase. Die Gäste nämlich erhöhten nun noch mal den Druck, Brekalo aber zog erst vorbei (86.) und scheiterte dann an Esser (90.+1). Auf der Gegenseite verpasste Bebou frei vor Casteels die Vorentscheidung (90.+4) – letztlich ohne Konsequenzen. Nach fünf Minuten Nachspielzeit pfiff Referee Fritz ab.