3:1 gegen Hertha: Werder bleibt Heimmacht

Foto: Patrik Stollarz/AFP/Getty Images

Der SV Werder Bremen bleibt eine Heimmacht: Die Grün-Weißen besiegten Hertha BSC zum Auftakt des fünften Spieltags zuhause mit 3:1 (2:0) und bescherten den Berlinern damit die erste Niederlage der laufenden Saison. Damit überholt Bremen die „Alte Dame“ in der Tabelle und rückt auf den zweiten Rang.

Werder-Coach Florian Kohfeldt nahm nach dem 3:2 in Augsburg drei Änderungen an seiner Anfangsformation vor: Nuri Şahin feierte sein Startelf-Debüt im grün-weißen Dress und ersetzte Philipp Bargfrede (Bank). Außerdem begannen Martin Harnik und Yūya Ōsako anstelle von Florian Kainz (Bank) und Claudio Pizarro (Bank). Hertha-Trainer Pál Dárdai nahm nach dem 4:2 gegen Borussia Mönchengladbach zwei personelle Wechsel vor: Sein eigener Sohn Palko Dárdai (Startelf-Debüt in der Bundesliga) und Karim Rekik (Rückkehr nach Adduktorenverletzung) ersetzten Salomon Kalou (Bank) und Marko Grujić (Kapselriss im Sprunggelenk).

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Die Bremer wollten von Beginn an zeigen, wer Herr im Haus ist, und begannen spielbestimmend: Hertha-Keeper Rune Jarstein wurde nach knapp fünf Minuten erst von Harnik per Drehschuss und kurz darauf von Maximilian Eggestein aus der Distanz geprüft (5.). Die starke Anfangsphase der Gastgeber zahlte sich nach gut zehn Minuten aus: Şahin bediente Niklas Moisander mit einem Freistoß aus dem Halbfeld, der Finne legte per Kopf in die Mitte ab. Theodor Gebre Selassie traf zunächst nur die Latte, die Berliner konnten aber nicht klären und Harnik drückte den Ball schließlich mit der Hacke zum 1:0 über die Linie (11.). Wenig später war das Spielgerät erneut im Gäste-Tor, Harnik hatte bei Şahins Kopfballvorlage aber klar im Abseits gestanden (17.).

Veljković erhöht kurz vor der Pause – Dilrosun stellt den Anschluss her

Werder schnürte die „Alte Dame“ mit zunehmender Spieldauer immer mehr in die eigene Hälfte. Davy Klaassen vergab jeweils nach misslungenen Berliner Klärungsversuchen zweimal kurz nacheinander (24., 25.). In der Folge fand auch die Hertha mal den Vorwärtsgang: Vedad Ibišević wurde in vielversprechender Abschlussposition gerade noch geblockt, Javairô Dilrosun verzog den anschließenden Distanzschuss deutlich (27.). Bremen blieb weiterhin dominant und beherrschte das Mittelfeld. Die Partie verlor nach einer halben Stunde ein wenig an Schwung, Werder hatte aber noch einen im Köcher: Nach einer Ecke von rechts setzte sich Miloš Veljković gegen Niklas Stark durch und erhöhte per Kopf kurz vor der Pause auf 2:0 (45.).

Die Gäste mussten bereits zur Halbzeit wechseln: Torhüter Jarstein blieb wegen einer Oberschenkelprellung in der Kabine, Thomas Kraft rückte zwischen die Pfosten (46.). Die Hauptstädter starteten mit viel mehr Offensivdrang in den zweiten Durchgang. Nachdem Ibišević zunächst nur das Außennetz traf (49.), stellte Dilrosun kurz darauf den schnellen Anschluss her: Der Flügelstürmer wurde von Ibišević links in den Bremer Strafraum geschickt und vollendete aus spitzem Winkel ins kurze Eck (53.). Werder-Schlussmann Jiri Pavlenka machte in dieser Szene keine gute Figur. Kohfeldt reagierte und brachte Bargfrede für Şahin (61), auf der Gegenseite ersetzte Davie Selke den jungen Dárdai (64.).

Kruse trifft vom Punkt – Hertha findet keine Mittel

Die Hausherren ließen sich vom Anschlusstreffer nicht nachhaltig beeindrucken und schlugen zurück: Marvin Plattenhardt brachte Gebre Selassie im Sechzehner zu Fall, Schiedsrichter Guido Winkmann zeigte auf den Punkt (65.). Kapitän Kruse ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und stellte den alten Abstand wieder her (66.). In der Folge verwalteten die Bremer ihre Führung geschickt und lauerten auf Konter. Den Berlinern fiel offensiv wenig ein, Coach Dárdai beorderte Kalou für den diesmal blassen Ondrej Duda ins Spiel (78.). Der eingewechselte Florian Kainz schlenzte den Ball von der Strafraumgrenze am langen Eck vorbei (81.). Auf der anderen Seite ereilte Selke nach schönem Haken gegen Bargfrede ein ähnliches Schicksal (86.).

Die „Alte Dame“ wirkte in den Schlussminuten platt und stellte Bremens Abwehr nicht mehr vor Probleme. Der SV Werder feiert einen verdienten 3:1-Heimsieg gegen Hertha BSC und bleibt auch in Kohfeldts 15. Bundesliga-Heimspiel als Trainer ungeschlagen. Damit knackte der 35-Jährige den vereinsinternen Rekord von Trainerlegende Otto Rehhagel. Noch besser aus Bremer Sicht: Die Grün-Weißen rückten in der Tabelle an den Berlinern vorbei auf Rang zwei und sind nun vorerst Bayern-Verfolger Nummer eins. Die Hertha wirkte dagegen weniger zielstrebig als in den vorherigen Partien und musste die erste Niederlage hinnehmen.