4:3! Alcácer krönt verrückte Schlussphase

Foto: Ina Fassbender/AFP/Getty Images

Schon wieder hat Borussia Dortmund nach einem Rückstand noch einen Sieg gefeiert: Paco Alcácer und Mario Götze retteten dem BVB beim 4:3 (0:1)-Sieg gegen den FC Augsburg am Samstagnachmittag die Tabellenführung. Eine verrückte Schlussphase krönte der spanische Zugang in der Nachspielzeit.

Erfolge hatten beide Teams zuletzt gefeiert, dennoch gab es jeweils zwei Änderungen in den Startaufstellungen. Bei Dortmund blieben im Vergleich zum 4:2 in Leverkusen zunächst Christian Pulisic und Thomas Delaney draußen, dafür durften Jadon Sancho und Julian Weigl von Beginn an ran. Augsburg-Trainer Manuel Baum brachte gegenüber dem 4:1 in Freiburg André Hahn und Raphael Framberger für Jonathan Schmid und Marco Richter.

- Anzeige -

Einen mutigen Auftritt hatte Baum angekündigt, und der Powerfußball-Plan ging in Hälfte eins voll auf. Schon in den ersten Minuten sammelten die Gäste drei Ecken, durchaus überrascht schienen die Dortmunder vom aggressiven Stil der Gäste. Während Axel Witsel für die Gastgeber den ersten Abschluss sammelte, aber deutlich verzog (7.), wurde BVB-Keeper Roman Bürki erstmals von Hahn geprüft (9.). Nach einer Viertelstunde gab es dann die erste Großchance der Partie, und zwar für Dortmund: Sancho setzte sich gegen Martin Hinteregger durch, die Ablage des 18-Jährigen aber schoss Marco Reus deutlich drüber (15.).

Finnbogason knipst schon wieder

Augsburg aber ließ sich nicht beeindrucken und streute weiter Sand ins Getriebe der Offensivmaschinerie des BVB. Und vorne war einmal mehr Alfreð Finnbogason zur Stelle: Nach einer Freistoßflanke von Philipp Max stand der Stürmer goldrichtig und knipste den Ball aus kurzer Distanz an Bürki vorbei ins Tor (22.). Bereits in der Vorwoche hatte Finnbogason bei seinem Comeback drei Tore in Freiburg bejubeln dürfen.

Am Spielbild änderte dieser Treffer nichts. Dortmund war bemüht, kam gegen eine stabile Augsburger Abwehr aber nur sporadisch zu Chancen. Achraf Hakimi mit einem Distanzschuss (24.) und Maximilian Philipp (34.) mussten sich bei den wenigen Gelegenheiten FCA-Keeper Andreas Luthe geschlagen geben. Auf der Gegenseite versprühte erneut Finnbogason Gefahr, dessen Volleyabschluss aber von Manuel Akanji geblockt wurde (27.). Mit der 1:0-Pausenführung für Augsburg ging es in die Pause, und diese war gar nicht mal unverdient.

Alcácer gleicht aus, Max schlägt zurück

Ohne personelle Wechsel ging es weiter in Hälfte zwei, auch an der Ausrichtung änderten die beiden Teams nichts. Weiter aggressiv ging Augsburg zur Sache und verbuchte so die erste Chance nach Wiederanpfiff: Bürki jedoch rettete sein Team in höchster Not gegen Michael Gregoritsch und Jeffrey Gouweleeuw (49.). Anschließend wurde es hektisch, zahlreiche Fouls und Gelbe Karten unterbanden immer wieder den Spielfluss – dem FCA dürfte es recht gewesen sein. Zunehmend ratlos wirkte der BVB nach rund einer Stunde, Trainer Lucien Favre brachte daher mit Alcácer (60., für Philipp) einen frischen Stürmer. In der Vorwoche hatte der Spanier doppelt gegen Leverkusen getroffen – und auch dieses Mal knipste er prompt: Witsel eroberte den Ball im Mittelfeld, trieb den Angriff über Sancho voran, und die Hereingabe des Engländers drückte Alcácer über die Linie (62.).

Augsburg aber brach nun keineswegs ein, beinahe wären die Gäste mit den direkten Gegenzug wieder in Führung gegangen. Finnbogason aber hatte Pech bei einem Lattenschuss (63.). Hoch und runter ging es anschließend, beide Teams wollten die drei Punkte. Während Gregoritsch bei einem Akanji-Kopfball kurz vor der Linie retten musste (69.), blockte Hakimi einen Caiuby-Schoss (71.). Den besseren Punch hatten nach wie vor die Gäste: Hahn verlängerte eine Finnbogason-Flanke, am langen Pfosten lauerte Max und drückte den Ball zum 2:1 für Augsburg über die Linie (72.).

Alcácer krönt verrückte Schlussphase

Favre brachte mit Götze (77., für Weigl) wenig später den nächsten Offensiven, im Fokus aber stand zunächst ein anderer Spieler: Alcácer. Schon wieder nämlich schnürte der Spanier einen Doppelpack, schon wieder besorgte er den Ausgleich. Ein schnell ausgeführter Freistoß überrumpelte die Augsburger Abwehr, Alcácer schloss eiskalt zum 2:2 ab (80.). Doch damit nicht genug, regelrecht kurios wurde die Schlussphase. Zunächst brachte Götze den BVB in Führung, eine Hakimi-Hereingabe drückte der 26-Jährige zum 3:2 ein (84.).

Dortmund bejubelte bereits den nächsten Sieg – doch Augsburg gab sich nicht geschlagen. Nach einer Ecke köpfte Gregoritsch das 3:3 (87.). Die Zuschauer wussten kaum, wie ihnen geschah. Dortmund rannte anschließend an – und wurde belohnt. Nachdem Alcácer (88.), Witsel (90.+1) und Raphaël Guerreiro (90.+3) noch verpasst hatten, folgte der Lucky Punch. Mit einem Freistoß besorgte Alcácer in allerletzter Sekunde den 4:3-Sieg (90.+6). Der Rest erstickte im Dortmunder Jubel.