6:2! Leverkusen spielt Werder schwindelig

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Bayer 04 Leverkusen hat ein deutliches Lebenszeichen gesendet: Der zuletzt kriselnde Werksklub siegte bei den Überfliegern vom SV Werder Bremen mit 6:2 (3:0) und fügte den Grün-Weißen die erste Heimniederlage seit einem Jahr zu. Durch die überzeugende Vorstellung und den ersten Dreier nach zuvor drei Ligaspielen ohne Sieg dürfte die Kritik an Heiko Herrlich erst einmal verstummen.

Der Trainer setzte noch vor Anpfiff ein Zeichen, in dem er Karim Bellarabi erstmals in der Saison in die Startelf beorderte. Die Maßnahme fruchtete sofort. Keine acht Minuten waren gespielt, als Bellarabi auf rechts durchstartete und Kevin Volland per flacher Hereingabe perfekt bediente (8.). Für Volland, der den Ball aus kurzer Distanz am zweiten Pfosten nur noch über die Linie drücken musste, war es Saisontor Nummer drei. In der Folge übernahm Werder zunächst das Kommando und erspielte sich einige Möglichkeiten, die dicken Chancen hatten aber die Gäste. Erst lief Bellarabi allein auf das Bremer Tor zu und verzog freistehend (28.). Sekunden später entschärfte Bremens Jiri Pavlenka einen Schuss von Kai Havertz (29.).

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In der 38. Minute war der Tscheche dann machtlos. Eine scharfe Bellarabi-Flanke ließ er nach vorne prallen, Julian Brandt hämmerte das Leder in die Maschen (38.). Doch damit nicht genug: Mit dem Halbzeitpfiff gelang dann auch Bellarabi sein Tor. Nach starker Volland-Vorlage chippte der 28-Jährige den Ball über Pavlenka hinweg ins lange Eck (45.). Nicht erst in dieser Szene machte sich bei Werder der kurzfristige Ausfall von Niklas Moisander (muskuläre Probleme) bemerkbar. Startelf-Debütant Marco Friedl stand gegen Bellarabi auf ziemlich verlorenem Posten und wurde zeitweilig schwindelig gespielt. Zur Pause erlöste Kohfeldt den 20-jährigen Österreicher und brachte Sturm-Oldie Claudio Pizarro (46.).

Abwehrfehler ersticken die Aufholjagd im Keim

Besserung brachte das vor 40.400 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion jedoch nur kurzfristig. Zwar durfte Werder durch einen Doppelschlag von Pizarro (60.) und Yūya Ōsako (63.) noch einmal hoffen. Doch eklatante Abwehrfehler erstickten die Aufholjagd im Keim. Nur vier Minuten nach dem Anschlusstor sorgte Havertz für das 4:2 (67.) – und wieder etwas Ruhe auf der Leverkusener Trainerbank. Aleksandar Dragović (72.) und ein Eigentor von Bremens Sebastian Langkamp (77.) schraubten das Ergebnis in die Höhe.