Abstiegskampf: Des einen Freud ist des anderen Leid

Im Abstiegskampf trennt sich die Spreu vom Weizen: Während Mainz und Stuttgart mit ihren je ersten Auswärtssiegen im Keller etwas Boden gutgemacht haben, wird die Situation für den Hamburger SV schon etwas düster. Es herrscht mal wieder Aktionismus an der Elbe. Top und Flop des 23. Spieltags.

Top: Die (Ex-)Auswärtsluschen
Mächtig lange hatten sie auf den ersten Auswärtssieg warten müssen, am Wochenende ist es geglückt. Sowohl der 1. FSV Mainz 05 als auch der VfB Stuttgart haben am 23. Spieltag erstmals in der Fremde einen Sieg eingefahren – damit ist nur noch Zweitligist Greuther Fürth im deutschen Profifußball ohne Auswärtssieg. Im Falle der beiden Bundesligisten waren die Dreier zudem Gold wert. Der VfB schob sich dank des 1:0-Sieges in Augsburg an Wolfsburg vorbei auf Rang 13, wahrte die fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang und baute die Distanz auf den ersten Abstiegsrang sogar auf zehn Zähler aus. „Ein Big Point“ sei es gewesen, jubelte Holger Badstuber, wies aber zugleich die Mannschaft an, auf dem Boden zu bleiben: „So wie wir heute aufgetreten sind, so müssen wir in den nächsten Spielen dranbleiben.“ Noch lange nicht geschafft ist natürlich auch der Klassenerhalt für Mainz. Das 2:0 bei Hertha BSC aber war ein starkes Zeichen nach krisenbehafteten Wochen und in Sachen Stimmung ebenso wertvoll wie für die Tabelle. Punktgleich mit Bremen und nur einen Zähler hinter Wolfsburg liegend, schnuppern die Rheinhessen Morgenluft. So soll es weitergehen: „Das Gefühl aus Berlin wollen wir in den nächsten Tagen und Wochen bestätigen und uns in unseren Inhalten weiter verbessern“, sagte Sandro Schwarz.

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Flop: Hamburger SV
Auf bessere Zeiten warten sie beim Hamburger SV schon lange – so langsam verfestigt sich allerdings der Eindruck, es war noch nie so schlimm wie in der aktuellen Situation. Nachdem die Hanseaten in den vergangenen Wochen trotz Platz 17 nämlich stets zumindest Anschluss an die Nichtabstiegs-Region hatten, sind sie seit dem Wochenende abgeschlagen. Sechs Punkte beträgt der Rückstand auf die Mainzer auf Rang 16 plötzlich. Es scheint, als könnte es den HSV in dieser Saison tatsächlich erwischen. Unruhe herrscht zudem in der Führungsebene: Während sie etwa in Mainz in Zeiten des sportlichen Misserfolgs zusammenhalten, zerfällt Hamburg gerade mal wieder in seine Bestandteile. Nach der Abwahl von Jens Meier und der Inthronisierung Bernd Hoffmann machten sofort allerlei Gerüchte um einen Austausch des Sportdirektors die Runde. Die seit Jahren andauernde Selbstauflösung des HSV scheint aktuell eine neue Stufe erreicht zu haben.