Alcácer auch für Spanien nicht zu bremsen

Foto: Dan Mullan/Getty Images

Die spanische Presse überschlägt sich, der FC Barcelona hat allen Grund zum Ärger – und bei Borussia Dortmund darf man sich angesichts einer Kaufoption für Paco Alcácer die Hände reiben. Der Angreifer setzte seine unglaubliche Trefferserie auch beim 4:1 (3:0) der spanischen Nationalmannschaft im Länderspiel beim EM-Halbfinalisten Wales fort.

Alcácers Saisonbilanz von nunmehr neun Toren aus fünf Spielen versetzte auch Nationaltrainer Luis Enrique in Staunen. „Alcácer ist im Moment gewaltig, weil er sich in einer Phase befindet, die Spieler nur selten erreichen. Was wir derzeit von ihm sehen, ist ein Wunder“, lobte der 48-Jährige überschwänglich. Enrique muss es wissen, immerhin lotste er den Angreifer 2016 von Valencia zum FC Barcelona und trainierte ihn beim katalanischen Renommierklub eine Saison lang.

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Über die Reservistenrolle hinter dem magischen Sturm-Trio Messi-Neymar-Suárez kam Alcácer seinerzeit allerdings nicht hinaus. Und auch in der aktuellen Barça-Mannschaft unter Enriques Nachfolger Ernesto Valverde war für den 1,75 Meter kleinen Angreifer nur selten Platz. Ein Fehler, wie die spanische Presse nach Alcácers berauschendem Auftritt in Cardiff, seinem ersten Länderspiel-Einsatz seit März 2016, befand. „Alcácer verlängert seinen meteorischen Lauf“, schrieb die Sporttageszeitung Marca. „Alcácer könnte zum historischen Irrtum für den FC Barcelona werden. Es ist unerklärlich, dass er diese Saison, in der Luis Suárez mehr Erholungspausen erhalten sollte, an Borussia Dortmund ausgeliehen wurde.“

Glück, Selbstbewusstsein, Vertrauen und tägliche Arbeit

El Mundo Deportivo stimmte ein. „Pacogol boxt sich durch. Alcácer hat bewiesen, dass Torjäger immer wieder zurückkommen. Er hat eine spektakuläre Torausbeute, seit er vor Luis Suárez‘ Schatten nach Dortmund geflohen ist. In Deutschland hat er endlich seinen Frieden gefunden. Die Führungsriege von Barcelona hat nicht an ihn geglaubt“, schrieb das Sportblatt aus Barcelona. Tatsächlich ist Barça seit vier Ligaspielen sieg- und in der Offensive ungewohnt zahnlos. Alcácer verkörpert derzeit das genaue Gegenteil: Für den BVB erzielte der Leihstürmer in nur 171 Minuten Einsatzzeit satte sieben Tore, für eine bessere B-Elf der Furia Roja (unter anderem ohne Isco, Busquets, Asensio) traf er am Donnerstag in der 8. und 29. Minute. Es waren seine Länderspieltore sieben und acht im 14. Einsatz.

Zahlen, die begehrt machen. Doch offenbar ist die Zukunft Alcácers bereits besiegelt. Wie mehrere Medien am Donnerstag vermeldeten, soll sich Dortmund mit seinem neuen Torjäger bereits auf einen neuen Vertrag bis Sommer 2023 geeinigt haben. Demnach zieht der Bundesliga-Tabellenführer seine für den Sommer vereinbarte Kaufoption, nach der Alcácer für verhältnismäßig günstige 23 Millionen Euro fest wechseln kann. Eine offizielle Bestätigung stand zunächst aus. Alcácer, der aus Valencia stammt und erstmals außerhalb Spaniens unter Vertrag steht, scheint im Ruhrgebiet unter Trainer Lucien Favre sein Glück gefunden zu haben. „Es ist ein bisschen von allem: Glück, Selbstbewusstsein, Vertrauen des Trainers, Einsätze und vor allem die tägliche Arbeit“, verriet der 25-Jährige sein Erfolgsgeheimnis. Seine Ernte fällt derzeit üppig aus.