Auch Harnik schlägt Alarm

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Das enttäuschende 1:1 des SV Werder Bremen am vergangenen Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg zieht sich thematisch bis weit in die neue Woche. Stürmer Martin Harnik machte am Mittwoch noch mal auf die Probleme in der Bremer Offensive aufmerksam und sprach über seine persönliche Situation.

„Wir müssen viel mehr aufs Tor schießen oder zumindest den Abschluss suchen“, meinte der 31-Jährige laut DeichStube. „Wir dürfen nicht in Schönheit sterben.“ Die ersten 30 Minuten gegen den „Club“ seien gut gewesen, aber auch in dieser Phase hatte Harnik erhebliche Schwächen ausgemacht. „Neben dem Tor von Maxi Eggestein hatten wir nur noch ein, zwei richtige Chancen – und hundertprozentige waren das auch nicht“, meinte der Angreifer. „Wir haben wie eine Handball-Mannschaft um den Strafraum herumgespielt. Aber da, wo es entscheidend ist, also in der Box, da muss mehr kommen.“

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Dieses Problem erkannte nicht nur Harnik, sondern auch Cheftrainer Florian Kohfeldt. Der 35-Jährige ließ am Mittwoch immer wieder Spielzüge trainieren, die mit Tempo in den Strafraum und zum Abschluss führen sollten. Ganz zufrieden wirkte er dabei anfangs nicht. „Ihr schlaft mir alle noch zu viel“, schimpfte Kohfeldt. Bereits am Vormittag hatten die Grün-Weißen die Partie gegen Nürnberg mit einer Video-Analyse aufgearbeitet. „Da haben wir genau gesehen, wie wir die beiden Punkte weggeschenkt haben“, sagte Harnik. Dementsprechend verbissen präsentierten sich die Profis später auf dem Platz: „Der Spaß blieb heute etwas auf der Strecke. Wir waren alle noch verärgert und wollten eine Trotzreaktion zeigen.“

„Unumstritten sehe ich mich nicht“

Trotz des Frusts über das ärgerliche Remis und die verlorenen Punkte ist die gute Laune den Bremern erhalten geblieben. „Wir dürfen jetzt auch nicht in Selbstmitleid verfallen und machen uns auch nicht verrückt. Wir stehen ja mehr oder weniger auf einem Europa League-Platz“, meinte Harnik. Werder belegt derzeit den siebten Tabellenrang. Das Selbstvertrauen ist nach wie vor groß, der Österreicher richtete den Blick schon wieder nach vorne: „Wir wollen jedes Spiel gewinnen – auch in Augsburg.“ Die Norddeutschen gastieren am kommenden Samstag (15.30 Uhr) im Rahmen des vierten Spieltags beim FCA.

Ob der Stürmer dann bei der Torejagd mithelfen darf, vermochte er selbst noch nicht einzuschätzen. „Das ist eine schwierige Frage. Es kommt darauf an, was gegen diesen Gegner gefordert ist und wie meine Trainingswoche wird. Unumstritten sehe ich mich nicht“, meinte Harnik. Immerhin gelang dem Neuzugang in dieser Saison noch kein Pflichtspieltor. Im Duell mit dem „Club“ machte der Rechtsfuß aber Fortschritte aus: „Ich war jetzt zweimal in der Startelf, das freut mich. Gegen Nürnberg war ich auch besser im Spiel drin und hätte gerne länger gespielt.“ Harnik musste das Feld in der 67. Minute verlassen.