Ausrutschen verboten: Herrlich kämpft gegen die Krise

Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images

Heiko Herrlich tritt ein Jahr nach seiner „Schwalbe“ wieder mit Bayer 04 Leverkusen im DFB-Pokal bei seinem Ex-Klub Borussia Mönchengladbach an. Einen Ausrutscher am Mittwochabend (20.45 Uhr) sollte er diesmal vermeiden.

Herrlichs „Schwalbe“ ist in Gladbach noch immer ein Thema. Sogar einen eigenen Song erhielt der Bayer-Trainer nach seinem unsäglichen Umfaller im Pokalspiel Ende 2017, geschrieben von Stadionsprecher Torsten Knippertz. „Hoffentlich kann Heiko Herrlich jemals wieder gehen“, heißt es darin nicht ganz ernst gemeint. Beim erneuten Pokalduell der Westrivalen dürfte der Song wohl eher nicht gespielt werden.

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Herrlich war vor einem Jahr nach einer kurzen Berührung mit Gladbachs Mittelfeldspieler Denis Zakaria theatralisch zu Boden gegangen, entschuldigte sich später für die „Dummheit“ und musste eine Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro zahlen. Einen weiteren Ausrutscher sollte sich der 46-Jährige am Mittwoch nicht erlauben – schon gar nicht aus sportlicher Sicht, auch wenn er nach dem fulminanten 6:2 bei Werder Bremen wieder etwas fester auf seinem Trainerstuhl sitzt.

Bayer setzt auf neue Defensivtaktik

Denn die Situation rund um das Bayer-Kreuz bleibt angespannt. Nicht nur Herrlich weiß: Folgt in Gladbach ein Rückschlag, dürfte es wieder bohrende Fragen zu seiner Zukunft geben. Herrlich geht mit dieser Situation bislang souverän um, bleibt äußerlich gelassen und spricht viel lieber über seine Mannschaft. Er hoffe, dass sein Team nach dem Befreiungsschlag in Bremen „mit neuem Schwung“ in die kommenden Spiele gehe, sagte er daher.

Wie das aussehen kann, weiß Herrlich nur zu gut: In Gladbach, wo er 1995 als Spieler Pokalsieger und Bundesliga-Torschützenkönig wurde, gewann er jenes denkwürdige Pokalspiel vor einem Jahr mit 1:0. Wenige Wochen zuvor hatte Leverkusen in der Liga sogar 5:1 im Borussia-Park triumphiert. Die Taktik glich damals der nun auch in Bremen erfolgreichen: Sein Team wolle „tiefer stehen, Balleroberungen haben und den Gegner auskontern“, sagte Herrlich über das Rezept, das auch am Mittwoch wirken soll.

Raffael könnte Pléa ersetzen

Die Borussia denkt derweil lieber an das 2:0 gegen Bayer, mit dem die „Fohlen“ vor wenigen Wochen in ihre bislang so erfolgreiche Saison gestartet waren. Gelingt eine Wiederholung, ist Gladbach dem großen Ziel von Max Eberl ein kleines Stückchen näher, endlich einen Titel zu holen. Seit 1995 wartet der fünfmalige Meister auf „etwas Blechernes“, wie Eberl sagte. Als Spieler und Sportdirektor stand er mit Gladbach viermal im Halbfinale – und verlor jedes.

Trainer Dieter Hecking erhofft sich vor allem eine Reaktion auf das jüngste 1:3 in Freiburg, zumal sein Team zwei Tage mehr Zeit zur Erholung hatte als Leverkusen. Verzichten muss er aller Voraussicht nach auf Rekordeinkauf Alassane Pléa (Oberschenkelzerrung), für den französischen Torjäger könnte Spielmacher Raffael sein Comeback geben. Heckings Spieler versprachen jedenfalls, sich wieder von ihrer Schokoladenseite zeigen zu wollen. „Wir lassen uns von einer Niederlage nicht unterkriegen und werden genau weitermachen wie davor“, sagte Jonas Hofmann.