Badstuber steckt in der Krise

Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images

Keine Führungsrolle: Holger Badstuber hat sich nach seiner Vertragsverlängerung beim VfB Stuttgart einen anderen Weg erhofft. Aktuell muss der Routinier in den meisten Fällen auf der Bank schmoren.

Als Badstuber Anfang Juli einen neuen Vertrag beim VfB Stuttgart unterschrieb, war die schwäbische Fußball-Welt noch in Ordnung. Mit dem Abwehr-Routinier an der Spitze wollte der VfB seinen in der Rückrunde der vergangenen Saison eingeschlagenen Weg nach oben fortsetzen. Und jetzt? Vier Monate später steckt der VfB tief in der Krise – und Badstuber mittendrin.

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Anstatt bei den Stuttgartern die erhoffte Führungsrolle einzunehmen, konnte der 29-Jährige die hohen Erwartungen zuletzt nicht erfüllen und fand sich öfter, als ihm lieb war auf der Ersatzbank wieder. Siebenmal kam Badstuber in dieser Saison bisher zum Einsatz, davon aber nur dreimal über die volle Distanz, dreimal wurde er eingewechselt. In vier Partien fehlte er angeschlagen, auch am Freitagabend beim Auswärtsspiel in Leverkusen (0:2) musste Badstuber wegen Wadenproblemen passen.

Reschke war überzeugt

Dabei hatte sich der 31-malige Nationalspieler alles ganz anders vorgestellt. Er sei „vom Weg, den der VfB eingeschlagen hat, genauso überzeugt wie von den Transfers, die getätigt wurden“, hatte Badstuber gesagt, als er im Sommer bis 2021 verlängerte. Sein Verbleib in Stuttgart war überraschend. Badstuber wollte nach seiner erfolgreichen Zeit beim FC Bayern München wieder für einen Champions League-Klub auflaufen, doch alle Optionen zerschlugen sich – zur Freude von Sportvorstand Michael Reschke. Badstuber, der jahrelang von schweren Verletzungen gebeutelt worden war, sei in der vergangenen Saison „ein ganz entscheidender Faktor“ gewesen, betonte dieser. Man sei beim VfB „überzeugt, dass Holger auf dem Weg zurück zur absoluten Top-Klasse ist“. Doch Reschke lag daneben.

Erst bei Tayfun Korkut und jetzt auch beim neuen Trainer Markus Weinzierl ist der ehrgeizige Badstuber nicht mehr unumstritten. Weinzierl hatte zuletzt aber Berichten widersprochen, wonach er zum Innenverteidiger seit dem gemeinsamen halben Jahr beim FC Schalke 04 2017 eine angespannte Beziehung habe. „Es gibt kein kritisches Verhältnis. Holger ist ein guter Spieler, ein angenehmer Mensch, der einfach Fußball spielen will. Wenn er nicht spielt, ist er nicht zufrieden, das erwarte ich auch“, sagte Weinzierl, fügte aber deutlich an, dass jeder Spieler seine Entscheidung zu akzeptieren habe. „Wenn er gebraucht wird, muss er 100 Prozent abliefern. Und wenn nicht, gibt es überhaupt kein Problem“, sagte er.