Balogun: „Zukunft des HSV muss uns am Arsch vorbeigehen“

Leon Balogun will mit Mainz 05 in der Bundesliga bleiben. Am Samstag treffen die Rheinhessen auf den Hamburger SV. Ein Sieg gegen den direkten Konkurrenten brächte einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt.

Aktuell liegt Mainz mit 24 Zählern auf dem Relegationsplatz, sieben Punkte vor dem HSV auf Rang 17. Für den Bundesliga-„Dino“ wäre es der erste Abstieg in der Vereinsgeschichte. „Die Zukunft des HSV muss uns in diesem Spiel mit Verlaub am Arsch vorbeigehen“, fand Balogun im Interview mit t-online.de klare Worte. „Rechnerisch wären sie ja nach einer Niederlage gegen uns noch nicht abgestiegen. Für uns zählt, wie wir die drei Punkte mitnehmen. Wir brauchen die richtige Einstellung und den richtigen fußballerischen Plan. Alles andere ist nicht unsere Baustelle.“ Der Verteidiger erwartet einen Kampf, die Fans dürften kein hohes fußballerisches Niveau erwarten. Der FSV wolle „aggressiver sein und mehr Willen zeigen“.

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Nachdem es durch eine gestiegene Erwartungshaltung der Fans und strukturelle Veränderungen im Umfeld des Klubs im letzten Jahr Unruhe gab, könne in der Schlussphase der Saison vor allem der Zusammenhalt im Verein ein großes Plus im Kampf um den Klassenerhalt sein: „Wir haben gemerkt: es funktioniert nur gemeinsam und nicht, wenn jeder nur an sich denkt. Damit meine ich nicht nur die Mannschaft, sondern den ganzen Verein und die Fans. Auf diesen Weg haben wir in den vergangenen beiden Spielen in meinen Augen wieder zurückgefunden“, erklärte der 29-Jährige.

„Weil sie es sich von schlechten Vorbildern abschauen“

Baloguns Vertrag in Mainz läuft im Sommer aus. Die WM, für die er sich mit Nigeria qualifizierte, will der 13-fache Nationalspieler aber nicht als Bühne für einen Wechsel nutzen, sondern schon vorher entscheiden, wo er in der kommenden Saison spielt. „Ich werde im Sommer 30 Jahre alt, da wäre es vermessen, nicht schon vorher seine Zukunft zu klären“, sagte der Verteidiger. Er sei bereits in Gesprächen mit den Verantwortlichen und könne sich definitiv vorstellen, zu bleiben.

Auch zum Thema Rassimus äußerte sich Balogun. Er betonte, dass dies in der Gesellschaft immer noch ein Problem sei. Im Januar wurden der Abwehrspieler und Anthony Ujah in Hannover von einigen Heimfans mit Affenlauten bedacht. Zwei der Täter bekamen Stadionverbote. Für den gebürtigen Berliner ist das der richtige Weg. „Es geht bei den Strafen auch darum immer wieder ein Zeichen zu setzen“, betonte er. „In Hannover haben sich auch Kinder beteiligt, die die Tragweite ihres Verhaltens überhaupt nicht begreifen können. Sie machen das, weil sie es sich von schlechten Vorbildern abschauen.“