Baumann erlebt mit Werder einen „Abend zum Vergessen“

Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Platz zwei hatte der SV Werder Bremen im Visier, statt des erwarteten Sieges setzte es gegen Bayer 04 Leverkusen jedoch einen herben Dämpfer. Nach dem 2:6 herrschte im Norden Rätselraten über die Gründe für den überraschenden Einbruch.

Die Ausgewogenheit habe gefehlt, urteilte Florian Kohfeldt nach Abpfiff. „Es ist normalerweise eine große Stärke von uns, die Balance zwischen Offensive und Defensive zu halten. Das ist uns heute nicht gelungen“, sagte der Werder-Coach. „Es gab Phasen, da war jeder Ballverlust von uns eine Großchance oder ein Tor für Leverkusen.“ Grundsätzlich aber wollte Kohfeldt die Niederlage nicht überbewerten. Eine Niederlage, auch eine deutliche, gehöre zu der Entwicklung der Mannschaft dazu, erklärte der 36-Jährige und versprach: „Wir werden stärker zurückkommen und aus unseren Fehlern lernen.“

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Von einem „Abend zum Vergessen“ sprach Frank Baumann. Zwar habe Werder in der ersten Halbzeit „mehr vom Spiel“ gehabt“, ergänzte der Geschäftsführer. „Wir haben jedoch zu viele Konter zugelassen. Leverkusen hat brutale Qualität in der Offensive und die Chancen effizient genutzt.“ Kevin Volland (8.), Julian Brandt (38.) und Karim Bellarabi (45.) hatten im ersten Durchgang die Weichen auf Bayer-Sieg gestellt. Zwar brachten Claudio Pizarro (60.) und Yūya Ōsako (62.) die Bremer noch mal auf 2:3 in Schlagdistanz, Kai Havertz (67., 77.) und Aleksandar Dragović (72.) schossen Leverkusen aber schließlich zum klaren Sieg.

„Gut, dass wir am Mittwoch wieder ranmüssen“

Das 2:4 durch Havertz sei der „Knackpunkt“ der Partie gewesen, meinte Sebastian Langkamp, „denn wir waren zu dem Zeitpunkt dran“. Vor dem Spieltag hatte Werder mit acht Gegentoren neben Berlin, Mainz und Dortmund die beste Abwehrreihe der Liga gestellt. Den Sechs-Gegentore-Einbruch gegen Leverkusen konnte sich Langkamp selbst „nicht richtig erklären“, sagte der Defensivspieler weiter. „Wir hatten extrem viele Ballverluste und sind so in viele Konter gelaufen. Gefühlt war bei Bayer jede Chance ein Treffer.“

Angesichts der Klatsche kommt Werder die englische Woche gelegen. Bereits am Mittwoch (18.30 Uhr) sind die Bremer im DFB-Pokal bei Weiche Flensburg gefordert. „Es ist gut, direkt nach einer Niederlage wieder zu spielen“, stellte Kohfeldt fest. Maximilian Eggestein meinte: „Das war heute ein Spektakel, nur leider ein Spektakel gegen uns. Es ist gut, dass wir am Mittwoch sofort wieder ranmüssen.“