Bayer darf sich hohe Ziele stecken

Foto: Adam Pretty/Bongarts/Getty Images

Bayer 04 Leverkusen will in der kommenden Saison nach zwei Jahren Abwesenheit endlich wieder die Champions League erreichen. In der vergangenen Spielzeit scheiterte die „Werkself“ nur um Haaresbreite.

Gerade einmal ein Punkt trennte Bayer im Mai dieses Jahres von der Champions League. Dabei mussten sich die Rheinländer an die eigene Nase fassen. Zu oft hatte sich Leverkusen durch unnötige Platzverweise selbst geschwächt, Elfmeter vergeben oder beste Torchancen liegen gelassen. Am Ende wurde es der fünfte Platz, Bayer darf also immerhin an der Europa League teilnehmen. Dort geht die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich als einer der Favoriten an den Start. Der Kader verfügt über enorm viel Qualität, vor allem in der Offensive ist Bayer stark besetzt.

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Leon Bailey, Kai Havertz, Julian Brandt oder Neuzugang Paulinho – der Großteil der Schlüsselspieler in Leverkusens Offensive ist noch sehr jung, verfügt aber dennoch über außergewöhnliches Können. Paulinho kam für 18,5 Millionen Euro aus Brasilien. Ob der 18-Jährige beim Werksklub einschlägt, ist offen. Allerdings kommt der Linksaußen mit einer Menge Vorschusslorbeeren an den Rhein. Von Paulinho erhoffen sich die Bayer-Verantwortlichen schnelle Dribblings, viele gewonnene Eins-gegen-eins-Duelle und eine Vielzahl an Torbeteiligungen.

Offensive stark besetzt, neuer Keeper mit hoher Qualität

Selbiges gilt für WM-Fahrer Brandt und den Jamaikaner Bailey. Ersterer machte bei der Nationalmannschaft beim Turnier in Russland wichtige Erfahrungen und wirkt reifer als noch in der Vorsaison. Bailey sorgte schon vor Beginn der neuen Runde für gute Nachrichten: Der Linksaußen verlängerte seinen Vertrag bei der „Werkself“ bis 2023. Auch von ihm wird in der anstehenden Spielzeit eine Leistungssteigerung erwartet. Zwar war der 21-Jährige im Verlauf des vergangenen Jahres schon sehr gut drauf, sein hohes Niveau konnte er aber nicht über die kompletten 34 Spieltage halten. Hinzu kommen Havertz, Kevin Volland und Lucas Alario. Kurzum: Die Leverkusener Offensive wird im kommenden Jahr überragend besetzt sein.

Auch auf der anderen Seite des Feldes hat sich etwas getan. Bernd Leno hat sich in Richtung FC Arsenal verabschiedet, als Ersatz verpflichtete Bayer Lukáš Hrádecký von Eintracht Frankfurt. Zwar ist der Finne aufgrund eines Eingriffes am Kiefer aktuell noch nicht einsatzfähig, nach der Länderspielpause im September wird der Schlussmann aber voraussichtlich wieder zur Verfügung stehen. Bayer machte mit dem Torwartwechsel ein sehr gutes Geschäft – schließlich brachte es 25 Millionen Euro Transfergewinn ein. Und im Kasten steht ein Keeper, der auf einem ähnlichen Niveau wie Leno spielen dürfte.

Hohe Ziele nicht unangebracht

Trainer Herrlich steht vor einer wegweisenden Saison. Der Coach hat es im Vorjahr geschafft, die Mannschaft zu stabilisieren; in der kommenden Saison muss er sie nun weiter verbessern. In der Liga hat Leverkusen eine gute Chance, weit oben mitzuspielen. Ob es am Ende reicht, ein echter Konkurrent für den FC Bayern zu sein, ist aber fraglich. Die Ränge zwei bis vier sind das klare Ziel – und eigentlich auch Pflicht. Ein drittes Jahr ohne Champions League wäre für den Werksklub nicht leicht zu verkraften. Im Pokal und in der Europa League dürfen sich die Rheinländer ebenfalls hohe Ziele stecken.