Bayer fehlt die Kaltschnäuzigkeit

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Das Saisonziel ist klar: Nach 34 Spieltagen will Bundesligist Bayer 04 Leverkusen möglichst unter den ersten vier Klubs einlaufen – und damit im kommenden Jahr in der Champions League vertreten sein. Zum Problem könnte dabei erneut die schwache Chancenverwertung der Rheinländer werden.

Es war kein Zufall, dass dem Werksklub nach der abgelaufenen Spielzeit nur die Europa League blieb. Ein einziger Punkt trennte Leverkusen von Borussia Dortmund auf Platz vier. Daran, dass die „Werkself“ die Teilnahme an der Königsklasse verpasste, war die Herrlich-Elf selbst schuld. Neben einigen unnötigen Platzverweisen ließ Bayer vor allem viel zu viele gute Tormöglichkeiten aus. Sechsmal blieb Leverkusen in der Rückrunde torlos, hatte dabei vor allem in Freiburg, gegen Augsburg oder in Bremen (jeweils 0:0) die Chance, zwei Punkte mehr einzustreichen, die am Ende bekanntlich gereicht hätten.

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Das Problem in der Leverkusener Offensive war beziehungsweise ist nicht die fehlende Klasse. Mit Leon Bailey, Neu-Nationalspieler Kai Havertz und Julian Brandt verfügen die Rheinländer im Angriff immerhin über drei der verheißungsvollsten Youngster der Bundesliga. Es war die fehlende Konstanz, die am Ende den Ausschlag ins Negative gab. Am Saisonende hatte die „Werkself“ mit 58 Toren zwar die viertmeisten Treffer der Liga erzielt. Bayers Angriff funktionierte, nur eben nicht in jedem Spiel. In der laufenden Saison startete Leverkusen in altbekannter Manier. In Gladbach (0:2) war die „Werkself“ besonders im ersten Abschnitt überlegen, verpasste es aber, die Tore zu machen. Nach der Halbzeit schossen die Hausherren dann zwei Treffer – Bayer unterlag trotz einer starken ersten Hälfe ohne eigenen Treffer.

Alario und Volland zu oft ineffektiv

Lucas Alario und Kevin Volland heißen die Startelf-Stürmer der Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich. Isaac Kiese Thelin wurde zudem vom RSC Anderlecht geliehen, weil Sorgenkind Joel Pohjanpalo lange ausfällt. Alario absolvierte in der letzten Saison 23 Bundesliga-Spiele (9 Tore). Seine Treffer erzielte der 25-Jährige in sieben Partien. Im Schnitt war Alario also nur in etwa jedem dritten Spiel erfolgreich. Zwar ist er stark im Sechzehner, Beweglichkeit und Tempo gehen dem Argentinier allerdings (noch) etwas ab.

Volland hingegen traf 14 Mal in 31 Bundesliga-Spielen. Seine Tore schoss der 26-Jährige in zehn Partie. Auch er war damit nur in jedem dritten Spiel erfolgreich. Im Gegensatz zu Alario punktet Volland vor allem mit Tempo und Beweglichkeit, ihm allerdings fehlt zu oft die nötige Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. In Gladbach ließ Volland erneut eine Riesenchance aus. Treffen Alario und Volland in Zukunft nicht regelmäßiger, wird es für Bayer auch in diesem Jahr mit der Champions League wieder eng. Auch dann, wenn Bailey, Brandt und Co. eine starke Saison spielen.