Bayer feiert knappen Sieg beim HSV

Bayer 04 Leverkusen hat den Hamburger SV in dessen Stadion am Samstag mit 2:1 (1:0) besiegt. Zwar hatten die Rheinländer die Partie über weite Strecken im Griff, der Anschlusstreffer der Norddeutschen sorgte am Ende aber noch einmal für große Spannung.

Im Vergleich zur 0:2-Niederlage bei Borussia Dortmund nahm HSV-Trainer Bernd Hollerbach drei Veränderungen an seiner Mannschaft vor. Nicht mit dabei waren Albin Ekdal, Aaron Hunt und Bobby Wood. Dafür rückten Kyriakos Papadopoulos, Sejad Salihović und Jann-Fiete Arp in die Anfangself. Bayer-Coach Heiko Herrlich rotierte gemessen am 0:2 gegen Hertha BSC kräftig und brachte fünf Neue: Wendell, Tin Jedvaj, Charles Aránguiz, Leon Bailey und Kai Havertz starteten anstelle von Benjamin Henrichs, Jonathan Tah, Julian Baumgartlinger, Karim Bellarabi und Lucas Alario.

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Die Norddeutschen wollten von Beginn an ein Zeichen setzen und liefen die „Werkself“ früh an. Zur ersten guten Chance kam der HSV durch Arp, der bedient von Filip Kostić scheiterte, da er in den Rasen trat (6.). Beide Mannschaften starteten mit hohem Tempo und wollten attraktiven Fußball anbieten. Nach einem Foul an Wendell sah Mergim Mavraj früh im Spiel die erste Gelbe Karte (11.). Der Leverkusener musste infolge des Fouls lange behandelt werden und wurde letztlich von Henrichs ersetzt (16.). In dieser Phase nahm der Offensivdrang beider Teams ab und das Spiel wurde zerfahren. Es fehlten Präzision und Entschlossenheit.

Mitte der ersten Hälfte drehte Bayer allerdings auf: Dominik Kohr kam zu einem guten Versuch, blieb aber am eigenen Mann hängen (23.). Den Nachschuss brachte Kevin Volland aufs Tor, Christian Mathenia war rechtzeitig zur Stelle (23.). Wenig später probierte es Jedvaj, doch auch der Verteidiger konnte nicht auf 1:0 stellen (25.). Aránguiz hatte kurz darauf eine Großchance, verzog aus sieben Metern mit dem Kopf aber haarscharf (26.). Leverkusen drückte weiter aufs Tempo und wollte die Führung erzwingen. Hamburg kam zu selten zu Entlastung. Wie so oft konnte sich die „Werkself“ auf Bailey verlassen: Der Jamaikaner klaute Douglas Santos den Ball im Sechzehner, umkurvte Mathenia und netzte ein (40.). Wenig später ging es mit der völlig verdienten Gästeführung in die Kabinen.

Hahns Anschluss bleibt am Ende zu wenig

Nachdem Leverkusen schon kurz vor der Pause ein Tor erzielt hatte, ließ die „Werkself“ kurz nach dieser ein weiteres folgen: Henrichs zog auf links in Richtung Grundlinie und brachte den Ball in die Mitte. Dort wartete Havertz und schob unhaltbar ein (50.). Kurz darauf sah Panagiotis Retsos nach einem Foul an Arp seine fünfte Gelbe Karte (53.). Damit fehlt der Grieche am kommenden Spieltag gegen den FC Schalke 04. Die „Werkself“ hatte das Spiel voll und ganz im Griff, dem HSV fehlten besonders in der Offensive die Ideen. Ein Anschlusstreffer lag bei Weitem nicht in der Luft.

Nach etwas über einer Stunde kam die Heimelf aber zu einer Großchance: Der eingewechselte Wood probierte es aus elf Metern aus der Drehung. Bernd Leno im Kasten der „Werkself“ reagierte glänzend und verhinderte das 1:2 (66.). Mit der nächsten guten Chance war es dann soweit: Hamburg gewann den Ball und schaltete schnell um. Am Ende des Gegenangriffs kam der ebenfalls von der Bank gekommene André Hahn an die Kugel und beförderte diese über Leno hinweg ins Netz (70.). Bayer antwortete durch Bailey, Mathenia war zur Stelle (72.).

Der Anschluss weckte beim HSV neuen Mut. Die Norddeutschen agierten wie ausgewechselt und drängten auf den Ausgleich. Doch auch Leverkusen blieb offensiv. So kam der eingewechselte Alario zu einem guten Schuss, den Mathenia abwehrte (75.). Für Hamburg probierte es Gideon Jung, doch auch er fand seinen Meister in Leno (82.). Die Elf von Hollerbach warf nun alles nach vorne. Leverkusen hatte Probleme, kompakt zu bleiben. So brachte Herrlich Baumgartlinger für Havertz (88.). Die „Werkself“ musste fünf Minuten Nachspielzeit überstehen. Den Ausgleich hatte Wood auf dem Fuß, der Stürmer allerdings verzog aus sieben Metern knapp (90.+1). So blieb es am Ende beim 2:1 für Bayer.