Bayern gegen Ajax – und den Bundesliga-Frust

Foto: Christof Stache/AFP/Getty Images

Den Bundesliga-Frust vergessen will der FC Bayern München in der Champions League: Gegen Ajax Amsterdam plant die Elf von Niko Kovač am Dienstagabend (21 Uhr) den zweiten Sieg im zweiten Gruppenspiel und den nächsten Schritt Richtung Achtelfinale. Im Falle eines Punktverlustes würden sich sie Bayern allerdings in der Krise wiederfinden.

Erst das 1:1 gegen Augsburg, dann ein 0:2 gegen Berlin – zweimal in Folge hatte der FC Bayern zuletzt nicht gewinnen können, ein völlig ungewohntes Gefühl für die sonst so übermächtigen Münchner. Erstmals prasselte auf Kovač infolge der beiden Punktverluste Kritik ein. Der Trainer aber gibt sich fast schon demonstrativ gelassen. Er sehe „alles sehr entspannt“, sagte Kovač nach der Niederlage bei Hertha BSC. „Wir arbeiten daran, tagtäglich, damit wir besser werden. Das kann ich garantieren.“ Auch dem 46-Jährigen ist aber natürlich bewusst, dass die Situation brisant wird, sollte auch gegen Ajax kein Sieg herausspringen. An ein solches Szenario mag in München aber niemand denken. „Ich wünsche und erhoffe mir eine Reaktion“, sagte Kovač am Montag, seine Mannschaft solle „dem Spiel den Stempel aufdrücken“ – um dann mit Rückenwind in die kommenden Wochen zu gehen. Entsprechend wird der Bayern-Coach seine vermeintlich beste Elf aufbieten, Thomas Müller und Mats Hummels dürften in die Startelf zurückkehren. Mit von der Partie ist wieder Leon Goretzka, der gegen Berlin aufgrund einer Blessur am Sprunggelenk noch ausgefallen war.

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Noch immer großen Glanz versprüht der Name Ajax, dreimal schließlich triumphierten die Niederländer im Europapokal der Landesmeister (1971, 1972, 1973), dazu einmal in der Champions League (1995). Die glanzvollen Zeiten des Klubs aber liegen schon ein paar Jahre zurück, nur noch zweitklassig ist Amsterdam inzwischen im europäischen Vergleich. In den vergangenen Jahren schaffte es Ajax stets nur in die Europa League. Die letzte Champions League-Teilnahme liegt inzwischen vier Jahre zurück, 2014 setzte es das Aus in der Gruppenphase. Immerhin in der Europa League aber verbuchten die Niederländer manch Erfolg: 2017 zogen sie ins Finale ein, unterlagen dort allerdings 0:2 gegen Manchester United. In der aktuellen Runde der Königsklasse nun spekulieren Erik ten Hag und die Seinen auf das Achtelfinale, in Partie Nummer eins hatte es schließlich einen 3:0-Erfolg gegen AEK Athen gegeben. Passabel läuft es zudem in der Liga: Aktuell steht Ajax auf Rang zwei – auch dank sechs Toren von Ex-Schalker Klaas-Jan Huntelaar –, nach sieben Spieltagen allerdings bereits fünf Punkte hinter der PSV Eindhoven.

FC Bayern München: Neuer – Kimmich, Boateng, Hummels, Alaba – Martínez – Robben, Müller, Thiago, Ribéry – Lewandowski

Ajax Amsterdam: Onana – Mazraoui, de Ligt, Blind, Tagliafico – Schöne, de Jong – Neres – Ziyech, Huntelaar, Tadić

Es gibt nur ein akzeptables Ergebnis für die Münchner bei Kovačs Champions League-Heimdebüt: einen Sieg. Spielerisch sollte der FC Bayern auch am Dienstag über jeden Zweifel erhaben sein, muss dabei aber die Chancenverwertung deutlich verbessern. Gegen Augsburg und Berlin schließlich hatte die Offensivabteilung gleich mehrfach gepatzt. Sollte nicht der zweite Sieg im zweiten Gruppenspiel herausspringen, würde es wohl erstmals so richtig ungemütlich für Kovač.