Bayern gegen Nürnberg ohne Mühe

Foto: Christof Stache/AFP/Getty Images

Der FC Bayern München hat mit einer souveränen Vorstellung und dank Doppelpacker Robert Lewandowski im 190. bayerisch-fränkischen Derby den ersten Bundesliga-Heimsieg seit fast drei Monaten eingefahren. Der deutsche Rekordmeister schoss sich beim 3:0 (2:0) gegen den erschreckend schwachen 1. FC Nürnberg für das „Finale“ um den Gruppensieg in der Champions League am Mittwoch bei Ajax Amsterdam warm.

Bayern-Trainer Niko Kovač machte seine Ankündigung wahr und setzte die einst so geliebte Rotation außer Kraft: Er ließ mit derselben Elf beginnen, die am vergangenen Wochenende beim SV Werder Bremen gewonnen hatte (2:1). In der Spielanlage bedeutete dies: Eine kompakte Mitte mit Doppelsechs und eingerückten Außenverteidigern. Anfangs sah es noch nach einem Geduldspiel für die Münchner aus. Nürnberg, dem Kapitän Hanno Behrens verletzt fehlte, wartete vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena mit zwei Viererketten tief in der eigenen Hälfte auf Fehler des Rekordmeisters. Weil diese aber weitgehend ausblieben, kam der „Club“ kaum in Kontersituationen.

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Insgesamt war das Spiel der Gäste geprägt von Mutlosigkeit hart an der Grenze zur Angst. Dass die Bayern ihre jüngsten vier Liga-Heimspiele nicht gewonnen und gerade gegen vermeintlich kleine, aber freche Gegner gepatzt hatten, schien sich nicht bis nach Nürnberg herumgesprochen zu haben. Die Folge war eine fast erdrückende Münchner Dominanz, obwohl die Bayern keinesfalls vor Ideenreichtum sprühten. Nach einer Ecke von Joshua Kimmich nutzte Robert Lewandowski das zu zögerliche Herauslaufen von FCN-Torhüter Fabian Bredlow mit dem Kopf zur Führung (9.). Nach einem Lattenknaller von Leon Goretzka legte der Pole per Abstauber nach (27.). Kurz vor der Pause hatte der polnische Angreifer noch das 3:0 auf dem Fuß.

Ribéry erzielt sein erstes Pflichtspieltor

Nürnbergs Coach Michael Köllner stellte nach Wiederbeginn um und beorderte den schnellen Virgil Misidjan nach vorne, Sebastian Kerk rückte an dessen Stelle auf die linke Seite. Doch die Maßnahme verpuffte, weil bis in die Spitze viel zu selten mal ein Ball kam. Stattdessen leitete der unglückselige Bredlow mit einem verunglückten Schlag auf Serge Gnabry das nächste Gegentor ein. Den Schuss des Nationalspielers konnte Bredlow zwar parieren, gegen Franck Ribérys Nachschuss war er aber machtlos (56.). Nürnberg, das jetzt seit acht Spielen sieglos ist, präsentierte sich kaum bundesligatauglich.