Bayern hofft in Athen auf neue Siegesserie

Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Auch drei Tage nach der umstrittenen Freitags-Pressekonferenz waren die Aussagen von Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge noch immer Thema Nummer eins rund um den FC Bayern München. Dabei möchte der deutsche Rekordmeister am Dienstagabend (18.55 Uhr) viel lieber sportliche Schlagzeilen schreiben: Ein überzeugender Auftritt und ein klarer Sieg bei AEK Athen sind Pflicht, um das Krisengerede endgültig verstummen zu lassen.

Allzu viel war Athen in der Champions League-Gruppe E nicht zugetraut worden. Und bislang bestätigt sich diese Einschätzung: Auf ein 0:3 bei Ajax Amsterdam folgte ein 2:3 gegen Benfica Lissabon. Der Auftritt gegen die Portugiesen aber ließ den griechischen Meister zumindest ein wenig Hoffnung schöpfen, in der Gruppe nicht auf völlig verlorenem Posten zu stehen. Selbstvertrauen sammelte AEK zudem am vergangenen Wochenende, in der Liga gab ein 2:0 bei Apollon Smyrnis. Aktuell belegt die Mannschaft von Marinos Ouzounidis allerdings nur Rang drei hinter PAOK Saloniki und Atromitos Athen. Zu den besten Spielern bei Athen zählt Petros Mantalos: Der AEK-Kapitän agierte zuletzt auf Linksaußen und traf unter anderem beim jüngsten Liga-Sieg gegen Smyrnis. Eine Institution in der Defensive der Griechen ist Dmytro Chygrynskiy. Der 29-malige ukrainische Nationalspieler bringt aufgrund seiner 31 Jahre eine Menge Erfahrung mit und wird sich wohl dem Duell mit Robert Lewandowski stellen.

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Mehr mit sich selbst als mit dem Gegner beschäftigt war der FC Bayern vor dem Gastspiel in Athen. Rummenigge nahm am Montag noch mal Stellung zur umstrittenen Pressekonferenz vom vergangenen Freitag und kritisierte Hoeneß. Auch Paul Breitner meldete sich kritisch zu Wort. Trainer Niko Kovač war daher darum bemüht, den Fokus auf die sportlichen Belange zu legen. Ein „schweres Spiel“ stehe seiner Mannschaft bevor, sagte der 47-Jährige trotz der eindeutigen Favoritenrolle. Es werde ein „schwerer Gang“, ergänzte Kovač. Dabei will der Bayern-Coach an seiner zuletzt umstrittenen Rotation festhalten. Welche Spieler er dieses Mal aufbietet, wollte Kovač naturgemäß vorab nicht verraten. „Ich habe schon etwas im Kopf, was die Rotation angeht“, sagte er nur. Die jüngste Krise jedenfalls ist wohl ausgestanden. Nachdem die Münchner viermal nicht gesiegt hatten, gab es am Samstag einen 3:1-Erfolg in Wolfsburg. Eine „neue Siegesserie“ forderte Niklas Süle von den Kollegen und warnte vor Selbstüberschätzung: „Ich denke, dass wir die bessere Mannschaft sind. Aber das muss man morgen auch sehen.“ Nicht zurückgreifen kann Kovač dabei auf Franck Ribéry, der aufgrund einer Wirbelblockade ausfällt. Fraglich war vorab noch ein Einsatz David Alabas. Der Österreicher leidet unter muskulären Problemen.

AEK Athen: Barkas – Bakakis, Oikonomou, Lampropoulos, Hult – Simões, Galanopoulos – Bakasetas, Klonaridis, Mantalos – Ponce

FC Bayern München: Neuer – Kimmich, Süle, Boateng, Alaba – Thiago, Goretzka – Müller, Robben, James – Lewandowski

Eindeutiger könnte die Favoritenrolle nicht verteilt sein, Athen geht als krasser Außenseiter in die Partie. Dabei wurde beim FC Bayern vorab allerdings vor der hitzigen Stimmung im Athener Olympiastadion gewarnt. AEK werde von den Fans „nach vorne getrieben wird“, sagte etwa Trainer Kovač, die Griechen würden ihre „letzte Chance“ in der Gruppe gewiss ergreifen wollen und mutig aufspielen. Süle sprach derweil von „sehr, sehr emotionalen“ Anhängern, ein „heißes Spiel“ stehe bevor. Alles andere als ein Bayern-Sieg aber wäre eine riesige Überraschung – und würde den deutschen Rekordmeister in eine handfeste Krise befördern.