Bayern mit Rekordumsatz und deutlichen Ansagen

Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Sportlich schwer angeschlagen, aber finanziell weiter das Maß der Dinge – und kämpferisch wie eh und je: Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat bei der Jahreshauptversammlung trotz schwerer Wochen eine glänzende Zukunft versprochen.

Das berühmte Festgeldkonto für die im kommenden Sommer geplante Transferoffensive ist dafür prall gefüllt. „Wir haben beschlossen, dass wir im nächsten Jahr im größeren Stile investieren werden, um die Mannschaft so zu verstärken, dass wir in der Lage sind, jedem Gegner in der Bundesliga und international Paroli zu bieten. Ich verspreche, dass wir alles tun werden, dass es so kommt“, rief Hoeneß den 1.682 Mitgliedern am Freitagabend im Audi Dome zu – und erntete viel Applaus. Der Rekordmeister verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 erneut einen Umsatzrekord in Höhe von 657,4 Millionen Euro. „Die ausgezeichnete finanzielle Lage lässt ausreichend Spielraum für Veränderungen im Kader“, ergänzte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, „sie können uns vertrauen, dass wir das hinbekommen. Wir werden eine Mannschaft hinbekommen, die nicht nur um Titel mitspielt, sondern sie auch holt.“ Investitionen im Umfang von mindestens 200 Millionen Euro sind angeblich denkbar.

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Der Jahresüberschuss nach Steuern lag insgesamt bei 29,5 Millionen Euro. Das Eigenkapital der FC Bayern AG zum 30. Juni 2018 bezifferte der Klub auf 451,3 Millionen Euro, das Umlaufvermögen (Forderungen, Bank- und Kassenguthaben) auf 210,7 Millionen. Doch nicht nur der in die Jahre gekommene Kader um die Altstars Franck Ribéry und Arjen Robben soll runderneuert werden. Man werde „auch in der Führung die Weichen stellen“, kündigte Hoeneß in seiner Rede an. Man rede aber von Nachfolgern „in drei Jahren“. Dabei spiele der bereits seit Wochen gehandelte Ex-Torwart Oliver Kahn „eine Rolle“, räumte er erstmals ein. Das sei aber „kein Thema für heute und für morgen, sondern für die nächsten sechs bis zwölf Monate. Wir werden uns an den Spekulationen die nächste Zeit nicht beteiligen.“

„Schulterschluss zwischen Mannschaft und Trainer“

Zur Zukunft von Rummenigge, dessen Vertrag Ende 2019 ausläuft, erwartet Hoeneß eine Entscheidung bis Weihnachten. „Ich gehe davon aus, dass er nochmal für zwei Jahre verlängert, und darüber würde ich mich sehr freuen“, sagte der Präsident. Dessen eigene Amtszeit endet ebenfalls 2019, doch eine erneute Wiederwahl gilt nach jetztigem Stand als wahrscheinlich. Ob Niko Kovač bis Weihnachten noch Trainer in München sein darf, ist dagegen offen – auch wenn es der Wunsch sei, „dass Niko noch lange Zeit Trainer beim FC Bayern ist“, sagte Rummenigge. „Ich sehe einen Niko Kovač, der kämpft und bereit ist, Dinge zu verändern und der aus gewissen Entwicklungen Konsequenzen zieht.“ Er sei ein „sehr guter Trainer, der eine Chance verdient hat“, ergänzte Hoeneß und sprach vor dem Spiel am Samstag beim SV Werder Bremen nach intensiven Gesprächen „von einem Schulterschluss zwischen Mannschaft und Trainer“. Deshalb könne man „darauf hoffen, dass diese Saison noch eine ganz gute werden kann“.

Finanziell war 2017/18 eine sehr gute: Die Einnahmen aus dem Spielbetrieb bezifferten die Bayern auf 172,7 Millionen Euro, dazu kamen 189,4 Millionen aus Sponsoring und Marketing sowie 107,8 Millionen Einnahmen aus medialer Vermarktung. Den Gesamtpersonalaufwand für alle Angestellten der AG belief sich auf 302,5 Millionen. Seit der Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung in die FC Bayern München AG im Jahr 2002 sind die Einnahmen laut Klubangaben um 355 (!) Prozent von 176 Millionen auf über 600 Millionen Euro gestiegen.