Bayern ohne James und Boateng

Der FC Bayern München muss gegen Hertha BSC am Samstag (15.30 Uhr) auf Jérôme Boateng und James Rodríguez verzichten. Trainer Jupp Heynckes glaubt zudem nicht an einen Abgang von Robert Lewandowski.

Der Rekordmeister leckt nach dem 5:0-Triumph im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Beşiktaş Istanbul seine Wunden. James erlitt am Dienstag eine Muskelverletzung an der Wade, Boateng fing sich eine Erkältung und einen Magen-Darm-Infekt ein. Beide sind keine Option für die Partie gegen Berlin. Zudem bangt Bayern-Trainer Heynckes um Mats Hummels und Joshua Kimmich, die nach dem Spiel gegen Beşiktaş beide an Prellungen laborieren. Bei ihnen müsse „man das Training abwarten“, meinte der Münchner Übungsleiter.

- Anzeige -

Nicht nur die Blessuren des Quartetts bleiben von der Gala in der Königsklasse als Wermutstropfen zurück. Die Aussagen von Arjen Robben, der seinen Unmut über die Reservistenrolle äußerte, sorgten im Nachgang der Partie für Wirbel. Heynckes äußerte sich zu der Debatte gewohnt gelassen. „Das wird alles überbewertet. Ich finde nicht, dass das unser Betriebsklima stört. Wenn Spieler ehrgeizig und leidenschaftlich sind, dann ist das nachvollziehbar, dass jeder spielen will“, meinte er und fügte an: „Gesunder Konkurrenzkampf ist immer gut. Das ist eher motivierend.“

Heynckes fürchtet keinen Lewandowski-Abschied

Gegen Berlin dürfte Robben genauso wie Franck Ribéry, der gegen Beşiktaş ebenfalls auf der Bank saß, wieder von Beginn an auflaufen. Der ständige Konkurrenzkampf ist auch ein Grund dafür, dass Heynckes trotz 19 Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten Borussia Dortmund keinen Spannungsabfall in der Liga befürchtet. „Ich habe keine Bedenken, dass die Mannschaft in der Konzentration nachlässt. Es kann kein Relaxen geben, das wird auch nicht stattfinden“, betonte er und warnte vor dem kommenden Gegner: „Hertha ist eine sehr kampfstarke, aggressive Mannschaft, die diszipliniert spielt.“

Unbeeindruckt bügelte der 72-Jährige die andauernden Spekulationen um einen Abgang von Torjäger Lewandowski zu Real Madrid ab. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass der Pole sich nach zehn Jahren von seinem Berater Cezary Kucharski getrennt hat. Künftig vertritt ihn neben Maik Barthel der 74-jährige Pini Zahavi, der im internationalen Fußball großes Renommée genießt und auch am Neymar-Transfer zu PSG beteiligt gewesen sein soll. Für Heynckes kein Grund, in Panik zu verfallen. „Es ist doch erlaubt, wenn ein Spieler seinen Berater wechselt. Das bedeutet doch überhaupt nichts. Der FC Bayern will und wird seine Topspieler halten“, stellte er klar.

Der neue Lewandowski-Agent Zahavi hatte gegenüber der Bild zuletzt selbst Öl ins Feuer gegossen. Er habe das Gefühl gehabt, der Angreifer „möchte da etwas Neues machen, und deshalb hat er mich ausgewählt. Das ist der einzige Grund.“ Zu den Gerüchten um einen Wechsel zu den „Königlichen“ aus Madrid meinte er laut der polnischen Zeitung Przeglad Sportowy: „Ihn wollen die besten Vereine der Welt haben. Real Madrid? Wir werden sehen.“